Ich hab Talent!
Welche Fähigkeiten hast du, um sie einzusetzen?
Als junge Mutter mit zwei kleinen Kindern war sie mit ihrem Mann unterwegs. Sie arbeitete als Theologin an der Uni. In ihrer Gemeinde engagierte sie sich in vielfältiger Weise. Mit einigen Mitstreiter*innen hatte sie ein Gottesdienstformat entwickelt, das sie „Zeitfenster-Gottesdienst“ getauft hatten. Rund um die dunklen Tage des Novembers war ihr ein besonderes Erlebnis geschenkt worden. Sie hatte in einem Gottesdienst begonnen, sehr persönlich von ihren Verstorbenen zu erzählen und hatte sie dann alle einzeln beim Namen genannt und für sie eine Kerze angezündet. Der Einladung an die Anwesenden, das Gleiche für die eigenen Verstorbenen zu tun, waren viele – zum Teil unter Tränen - gefolgt. Es waren bewegende Augenblicke. Was blieb, war eine große Nähe zueinander und zu den Verstorbenen. Alle waren irgendwie da, waren „im Raum“ – zutiefst miteinander verbunden.
Von dieser Erfahrung hatte sie mir in einer Voicemail bescheiden und zurückhaltend erzählt. Ich spürte, wie sie ihr persönliches Talent für viele eingesetzt hatte und wie dadurch ein Raum entstanden war, in den hinein sich Gott schenken konnte. In der Gleichnis-Rede Jesu von den Talenten vertraut ein reicher Mann seinen Dienern Talente an, damit sie damit arbeiten. Bei seiner Rückkehr belohnt er die Diener, die ihre Talente mit Kreativität und Energie eingesetzt hatten.
Jedem und jeder von uns sind vielfältige Talente mit in die Wiege gelegt worden. Sie sind uns anvertraut, sie zu entwickeln und für ein lebendiges Miteinander einzusetzen. Dieser Monat lädt uns ein, unseren Träumen und Talenten (neu) eine Chance zu geben. Denn es gilt: Ich hab Talent!
° Welche Fähigkeiten hast du, um sie einzusetzen?
Dem einen gab er fünf Talente, einem anderen zwei, wieder einem anderen eins.
(vgl. Mt 25,14)
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Wir sehen uns bald wieder!
Immer neue Gesichter erschienen an unserem navi4life-Audio-Parcours während der neu Libori-Tage. Einige näherten sich entschieden und mutig unserem Stand, andere Jugendliche blieben scheu in einiger Entfernung stehen. Mein Blick fiel auf eine Mutter asiatischen Aussehens und ihre beiden Töchter. Behutsam sprach ich sie an. Die beiden Mädchen interessierten sich sehr für den Parcours und wollten ihn gern mit Kopfhörer durchlaufen. Während sie das taten, sah ich, wie es der Mutter aufgrund der hohen Temperaturen immer schlechter ging. Ich bot ihr unseren Sessel an und begleitete sie in wohltuenden Schatten. Die beiden Mädchen freuten sich, dass sie in dieser für sie schwierigen Situation nicht allein waren. Schnell war noch ein erfrischendes Kaltgetränk geholt. Als die Frau wieder zu Kräften kam, kaufte sie für ihre beiden Töchter das Logbuch „Mein Leben – windschief und glänzend“. Die beiden Mädchen zeigten sich richtig glücklich über dieses Geschenk. Als sie sich dann verabschiedeten, spürte ich, wie die Jüngere ihren ganzen Mut zusammennahm und mich fragte, ob ich auch bereit wäre, an ihre Gesamtschule zu kommen und navi4life vorzustellen? Als ich bejahte, sah ich ein tiefes Strahlen in den Augen des Mädchens: „Wie schön, dann sehen wir uns bald wieder, ich melde mich auf jeden Fall!“

















































