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Teile, was schwer ist für Dich!

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt. (…)
Ich werde euch Ruhe verschaffen.
Mt 11,28

Monatsimpuls - 11/2023

Youtube Vorschau - Video ID 9_ZORZ6DIY0

Liebe Freunde von go4peace,

 wenn das Leben auf einmal schwer wird, dann will niemand gern alleine sein. Wir suchen Menschen, denen wir vertrauen, die Schweres mit uns aushalten und die uns Mut machen können. Wie gut tut dann ein abendlicher Spaziergang oder ein nächtlicher Anruf, bei dem wir das teilen können, was auf unserer Seele lastet. Einfach erzählen zu können, bedeutet oft, schon die Hälfte der Last loszuwerden. Dann trägt jemand unseren Schmerz, unsere Angst und unsere Verwundung mit, wie Simon von Cyrene, der seine Schulter unter das Kreuz Jesu schob und es mittrug. Jesus wird diese Hilfe dankbar angenommen haben, war er doch am Ende seiner Kräfte. Er hat erfahren dürfen, was es bedeutet, in diesem Augenblick nicht allein zu sein. Gleiches bietet er uns an. Er lädt uns ein: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen!“

 „Am Freitag muss ich eine Prüfung wiederholen und fünf Tage später noch eine zweite!“ lese ich am frühen Morgen in der Nachricht einer jungen Studentin, die für ihr Studium ihr Heimatland verlassen hatte. „Das sind für mich die schwierigsten Prüfungen“, schreibt sie weiter, „und weil das neue Semester schon wieder läuft, hatte ich auch nicht genug Zeit, um mich gut vorzubereiten. Ich fühle mich wie ein verlorenes Kind, weit weg von meinen Eltern. Ich bin allein und habe Angst, denn wenn ich diese Prüfungen jetzt nicht bestehe, dann wird’s schwierig, mein Visum zu verlängern!“ Ich spüre die Last dieses jungen Menschen und bete in der Frühe des Tages für sie. Dann schreibe ich eine lange Botschaft an sie und füge das Foto einer Tulpe bei, die sich gerade in der Sonne geöffnet hat. „Danke, dass Du mir immer zuhörst und Mut machst. Ich bin so froh, dass ich alles mit Dir teilen kann,“ lese ich kurze Zeit später. – Teile, was schwer ist für Dich!

für das go4peaceTeam                                   Meinolf Wacker

Erfahrungen des Monats

Bleibende Schätze

In der Frühe des Tages rief ich meine Mutter an. Es war der Festtag der heiligen Bertha. Sie erinnerte sich an eine alte Frau namens Bertha in ihrem Heimatdorf, die mit ihrer Schwester in ärmlichen Verhältnissen lebte. Beide Brüder der älteren Leute waren im Ersten Weltkrieg gefallen. Die beiden alten Frauen waren kontaktscheu und viel allein. Und dann erzählte meine Mutter: „Ich weiß noch gut, dass Mutter – meine Oma – jeden Nachmittag für ne gute halbe Stunde zu diesen Leuten ging und einfach Zeit mit ihnen teilte. So behielten die beiden Alten Anschluss im Dorf und wurden nicht abgehängt!“ Ich staunte, war meine Oma doch mit ihrem Mann für einen kleinen Bauernhof und 10 Kinder verantwortlich. Bei all dem hatte sie Tag für Tag Zeit für diese goldene halbe Stunde gefunden.

Es begann alles mit einer kleinen Mütze...

Letztes Jahr habe ich ein neues Hobby für mich entdeckt, das Stricken. Es macht mir große Freude, dass ich etwas für mich stricken kann, und das erste war eine graue Mütze. Ich war stolz auf mich und habe dann eine Mütze für meine Nichte gestrickt. Sie sagt immer, dass das ihre Lieblingsmütze ist, und darüber freue ich mich sehr. Dieses Jahr habe ich eine Menge Garn gekauft, um etwas für mich selbst zu stricken. Aber dann wollte ich eine Mütze für meine Freundin stricken, weil sie sie wirklich brauchte und ich jedes Mal lächle, wenn ich sie sehe. Die nächste Mütze war für meine Mitbewohnerin, zu der ich eigentlich ein kompliziertes Verhältnis habe, aber sie war gerührt, als sie die Mütze bekam. Dann habe ich meiner Nagelmeisterin eine Mütze geschenkt, und die Tränen in ihren Augen haben mir ein sehr warmes Gefühl gegeben. Jetzt setze ich meinen Plan um, meine Mützen an alle zu verschenken, die ich liebe, und jedes Mal werden es mehr, und meine Liebe wird größer...

Es begann zu regnen!

Ich hatte mir vorgenommen, meine Mutter zu besuchen und das herbstliche Laub aufzuhaken. Es begann zu regnen. Da ich weiter entfernt von meiner Mutter wohne, wusste ich nicht, wie ich diese Aufgabe an anderen Tagen schaffen sollte. Ich entschloss mich, bei leichtem Regen zu haken. Ich entdeckte, dass sowohl auf der Toilette als auch in der Küche eine Birne kaputt war. Ich verstand: Fahr erst in den Baumarkt. Als ich zurückkam und alles repariert hatte, hörte der Regen auf. Ich hakte die Blätter zusammen. Dann wurde es dunkel. Ich lud meine Mutter noch auf einen Cappuccino in einem Café ein. Gern willigte sie ein. Während der Fahrt sah ich ihre Freude, die vielen Lichter zu sehen. Als wir abends auf den Tag zurückschauten, hatte ich den Eindruck: Ein Anderer hatte mich Augenblick für Augenblick geleitet. Wie gut, dass ich mitgegangen war!

Gott hat Phantasie!

Ich hatten ein Video auf den YouTube-Kanal von go4peace gestellt mit dem Impuls: „Teile, was schwer ist für dich!“ Unerwartet viele Menschen meldeten sich über WhatsApp-Nachrichten und mit Voicemails. Eine Frau teilte ihr Leid, dass ihr Patenkind – gerade Mutter geworden – mit schweren Komplikationen ins Krankenhaus musste. Eine andere erzählte von ihrem Vater in der Ukraine und seinem Krebsleiden. Sie litt, dass sie ihn nun nicht besuchen konnte. Ein Mann - gerade aus dem Krankenhaus entlassen - ließ mich verstehen, dass es ihm nicht gut ging. Den ganzen Abend kamen weitere Nachrichten. Ich ging mit all diesem Anvertrauten in die Kirche und legte einen jeden dieser Menschen einzeln Gott ans Herz. Auf meinem Handi poppte eine Botschaft auf. Ein junger Afghane schrieb: „Als neulich mein Land von dem schweren Erdbeben getroffen wurde, hatte ich eine große Not in meinem Herzen. Und es tat so gut, dieses Schwere mit anderen zu teilen. Und dann sollte ich dir noch eine Botschaft von meinem sechsjährigen Sohn schicken.“ Ich fand eine Sprach-Nachricht und hörte von dem kleinen Jungen: „Danke lieber Gott, dass du uns Meinolf gegeben hast!“ In der Kirche betend, füllten sich meine Augen mit Tränen.

jenseits von Raum und Zeit

Zu ihrem Geburtstag hatte ich ihr einen Gruß geschickt. Gesehen hatten wir uns über Jahre nicht mehr. In ihrer Antwort las ich: „Auch ich denke gerne an die schöne Zeit zurück, die wir geteilt haben. Es war eine tolle Zeit und die Basis für so Vieles. - Meine Mutter hat bis vor wenigen Wochen lange Zeit im Koma gelegen. Ich durfte ihr in den letzten Tagen ihres Lebens zur Seite stehen. Es war nicht einfach, aber ich habe mich niemals alleine und schwach gefühlt. Diese Erfahrung hat mir eine tiefe Ruhe geschenkt, weil ich gespürt habe, ich werde niemals alleine sein. Gott war und ist bei mir und begleitet mich. Selbst du warst in den letzten Stunden ganz nah und hast mir Kraft gegeben. Der evangelische Pfarrer des Krankenhauses kannte dich auch noch. Diese tiefe Verbundenheit zu erleben, war ein großes Geschenk!“

Wenn ihr nicht so werdet, wie die Kinder!

Die fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen waren mir als Predigtthema aufgegeben. Moritz und seine Schwester Chiara hörten mir gespannt zu. So fand ich den Mut die beiden zu fragen, ob sie es fies fänden, dass die klugen Jungfrauen ihr Öl nicht mit denen geteilt hatten, die kein Öl hatten. „Ne, finde ich nicht“, sagte mir Moritz, „die hätten ja selber dran denken müssen. Das kann einem niemand abnehmen.“ Ich staunte über diese Aussage des Fünftklässlers. Und dann erzählte er weiter ins Mikro: „Wir haben neulich eine Bastelaktion für ein Kinderhospiz gemacht. Da haben wir einen tollen Spruch gefunden: ‚Zum Leben bleibt nicht mehr viel Zeit, doch diese Zeit gilt es VOLL zu leben!‘ Das ist doch auch so bei den 10 jungen Frauen so, die einen haben voll gelebt, die anderen nicht! Die einen hatten Öl mit, die anderen nicht.“ Gebannt hörte ich dem kleinen Jungen zu. „Wenn ihr nicht so werdet wie die Kinder…!“

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