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Ich bin geliebt!

"Jesus schaute ihn an und umarmte ihn."
Mk 10,21

Monatsimpuls - 02/2023

Youtube Vorschau - Video ID uYNrgW8gRgs

Liebe Freunde von go4peace,

egal wie jung oder alt Du bist, egal ob Frau oder Mann, die Sehnsucht, geliebt zu sein, ist immer da! Dann und wann spielt das Leben Augenblicke zu, die diese Sehnsucht zutiefst gestillt sein lassen. Psychologen nennen solche Augenblicke „Seins-Erfahrungen“. Mir ist vor Jahren eine solche geschenkt worden. Ich war mit Freunden in den Bergen unterwegs. In über 2500 Meter Höhe hatten wir unsere Zelte aufgeschlagen. An Schlaf war für mich in der Nacht nicht zu denken. So legte ich mich mit meiner Isomatte auf einen großen Felsen. Über mir strahlte der Sternenhimmel. Auf einmal war ich von diesem Anblick so überwältigt, dass mir Tränen liefen. Ich kleiner Mensch lag mitten in diesem unendlichen Universum. Ich fühlte mein einmaliges Leben. Auf einmal wurde mir klar: Du bist gewollt, unendlich geliebt! Diese Gewissheit hat mich nie wieder verlassen.

So eine Erfahrung muss auch ein Jugendlicher in biblischer Zeit gemacht haben. Er hatte alle Gebote des jüdischen Gesetzes erfüllt, aber das reichte ihm nicht. Sein Hunger war noch nicht gestillt. Mit dieser Sehnsucht kam er zu Jesus. Der wusste natürlich sofort was los war. Er spürte den Hunger geliebt zu sein. So schaute Jesus ihn an und umarmte ihn.

So geht Berufung. Das Leben umarmt Dich. Und Du spürst, dass Du für etwas Großes gemacht bist. Du wagst Dich und gehst los. Ich war Yulia aus der Ukraine begegnet. Sie kam aus Kherson. Unter Tränen hatte sie mir erzählt, dass das Luchansky-Krankenhaus in ihrer Stadt kaum noch Strom hatte. 9 Generatoren hatten wir schon organisiert. Der Markt war leer gefegt. Doch ich spürte: Wag’s noch einmal! Nach zwei Stunden Recherche im Internet kam mir der Impuls: Such noch eine Minute länger. Ich blieb dran. Und dort, wo eben auf Webseiten „ausverkauft“ und „zurzeit nicht lieferbar“ gestanden hatte, fand ich jetzt ein Modell mit 7,5 Kilowatt Leistung. Wenige Tage später wurde er geliefert. Als der LKW-Fahrer den Generator ablud und ich ihm sagte: „Der geht jetzt in die Ukraine nach Kherson!“ klopfte er mir mit Tränen in seinen Augen auf die Schultern und sagte: „That made my day! – Danke für Euer Engagement für die Menschheit. Ich bin Libanese. Ich weiß, was es bedeutet, Hilfe zu bekommen!“ In diesem Augenblick fühlte ich mich erneut zutiefst geliebt, umarmt vom Leben – umarmt von Gott. Glaub dran: Das Leben will auch Dich umarmen und Dir zeigen: Ich bin geliebt – unendlich geliebt!

für das go4peace-Team                                            Meinolf Wacker

Erfahrungen des Monats

„Dass Gebete erhört werden? -so etwas passiert nicht in der realen Welt, nur weil ich gebetet und während des Gebetes geglaubt habe,“ denke ich häufig noch. Aber es passiert dann doch, und ist einfach nur unfassbar schön: „Ich bin Lehrerin und habe eine wunderbare 10jährige Schülerin, die es zu Hause sehr schwer hat und auch in der Schule keine Freunde gefunden hat. Sie ist oft sehr traurig! Heute stand eine Gruppenarbeit in Kunst an. Plötzlich ging der Klassensprecher auf die 10jährige zu und bat sie, als einziges Mädchen, in seiner reinen Jungengruppe mitzuarbeiten. Das kam völlig überraschend. Die beiden haben sonst überhaupt nichts miteinander zu tun. Die Kleine lädt selten jemand wegen ihrer Niedergeschlagenheit zu einer Gruppenarbeit ein. Die Kinder durften in einem anderen Raum arbeiten. Als ich nach einer Weile nach der Gruppe schaute, habe ich meinen Augen zuerst nicht getraut: Die Schülerin hat seit Monaten zum ersten Mal wieder gelächelt!!! Sie hat sich total wohl gefühlt und Spaß mit den Jungs gehabt. Ihre Bilder, die sie gemalt hatte, waren faszinierend schön und voller Leben! Das war eine riesige Erleichterung und ein Wunder! Das pure Glück! 

Im Galopp des Tages hatte ich ein Nummernschild an einem Anhänger angebracht. Nach dieser Arbeit machte ich mich gleich an die nächsten Schritte. Dabei legte ich den Schlüssel des Anhängers unbedacht an einer ungewohnten Stelle ab. Als ich abends auf den nächsten Tag schaute, fiel mir ein, den Schlüssel zu brauchen. So wollte ich ihn mir für die Arbeit des Folgetages schon bereit legen. Doch am gewohnten Ort fand ich ihn nicht. Ich begann zu suchen. Ein junger Gast aus der Ukraine half mir dabei. Wir gingen alle Wege des Tages nochmals nach. Der Schlüssel war nicht zu finden. Die Frage: „Sollte ich ihn gar im Kasten des Anhängers gelassen haben?“ Bedrängte mich. Wir suchten nach Möglichkeiten den Kastenwagen zu öffnen. Nach viel Geduld gelang es unserem ukrainischen Gast mit einem Zufallsschlüssel den Kastenwagen zu öffnen. Doch zu meiner Verwunderung war der Schlüssen nicht im Wagen. Schon mehrfach hatten wir den heiligen Antonius um Hilfe gebeten. „Meinolf, wir machen weiter!“ sprach mir unser Gast Mut zu. Dieses Dran-Bleiben und diese Treue rührten mein Herz. Auf der Schwelle der Türe unseres Hauses stehend, kam mir unerwartet in den Sinn, was ich nach der Arbeit am Anhänger gemacht hatte. Ich bekam eine Ahnung, wo ich den Schlüssel hingelegt haben konnte. Das war der Durchbruch, nach über eineinhalb Stunden Suchens.

Sie hatte mehrfach Pech bei der Führerscheinprüfung gehabt und war richtig enttäuscht und traurig. Als Flüchtling war es nicht leicht für sie gewesen und sie hatte sich sehr angestrengt. Ich konnte sie am Telefon kaum trösten. So fuhr ich am nächsten Tag zu ihr und ihrer Familie und brachte ihr einen kleinen Blumenstrauß. Beim Tee kam es zu einem lebendigen tiefen Gespräch. Beim Abschied, sagte mir ihr Mann: „Das hat sie wirklich gebraucht! Danke, dass Du immer so konkret bist!“ Zwei Tage später erhielt ich eine WhatsApp-Nachricht von ihr. Darin war sechs Mal ein kleines Herz zu finden. Die junge Frau schrieb: „Ich habe so viel von Euch lernen dürfen. Du hast ein Herz für jeden Menschen, egal aus welchem Land er kommt und welcher Religion er angehört. Das hat mich sehr berührt. Heute bat mich eine Frau aus dem Iran um 50 €. Ich habe sie ihr sofort geschickt. Danach war ich so froh, dass ich einem Menschen wirklich geholfen habe. Danke, dass Du da bist und uns dieses Leben gezeigt hast.“

Über WhatsApp erreicht mich eine Sprachnachricht. Ich erfahre, dass ein betagter Mann seine letzte Lebensreise angetreten hat. Zugleich schwingt die Frage mit, ob ich noch einmal kommen könne. Ich baue meinen Tagesplan um und mache mich auf den Weg zu ihm. Eine Stunde Autofahrt. Als ich ankomme, ist die ganze Familie mit Kindern, Enkelkindern und Freund*innen versammelt. Als ich zu dem Mann in sein Zimmer gehe, schläft er. Wir beginnen mit der Familie einen Gottesdienst an seinem Bett zu feiern. Ich frage, ob ihm ein Bibelwort besonders wichtig gewesen sei?  „Einer trage des anderen Last!“ Ich hole meine Einkaufstasche, die ich mitgebracht habe. Auf ihr steht genau dieses Wort. Als ich frage, wie der Vater dieses Wort gelebt habe, erzählen viele ganz konkrete Erfahrungen. Uns ist, als würde sich der Himmel öffnen. Wir spüren, dass die Liebe, die er gelebt hat, lebendig unter uns erfahrbar ist. Er schläft, die Liebe bleibt. Ein Augenblick zwischen Himmel und Erde. In unseren Tränen leuchtet schon die Ewigkeit auf.

„Dass Gebete erhört werden?!“So etwas passiert nicht in der realen Welt, nur weil ich gebetet und während des Gebetes geglaubt habe. Aber es passiert dann doch, und ist einfach nur unfassbar schön: Heute stand eine Gruppenarbeit in Kunst an. Plötzlich ging der Klassensprecher auf ein Mädchen zu, die es zu Hause sehr schwer hat. Der Junge bat sie, als einziges Mädchen, in seiner reinen Jungengruppe mitzuarbeiten. Das kam völlig überraschend. Die beiden haben sonst überhaupt nichts miteinander zu tun. Die 10jährige lädt selten jemand wegen ihrer Niedergeschlagenheit zu einer Gruppenarbeit ein. Die Kinder durften in einem anderen Raum arbeiten. Als ich nach einer Weile nach der Gruppe gesehen, habe ich meinen Augen zuerst nicht getraut: Das Mädchen hat seit Monaten das erste Mal wieder gelächelt!!! Sie hat sich total wohl gefühlt und Spaß mit den Jungs gehabt. Ihre Bilder waren faszinierend schön und voller Leben! Das war eine riesige Erleichterung und ein Wunder! Das pure Glück! 

Ich hatte ein Gespräch mit meinem Chef. Leicht ist unsere Beziehung nicht, obwohl wir wirklich als Freunde auf dem Weg waren. Aber ich habe nicht locker gelassen, an die Kraft ehrlicher Liebe zu glauben. So habe ich bei verschiedenen Fragestellungen immer neu versucht, seine Sichtweise zu entdecken und vor allem eine Plattform für unseren Dialog zu finden. Am Ende spürte ich in meinem Herzen den tiefen Wunsch, ihm zu sagen, dass er geliebt ist. Ich musste schmunzeln, denn genau dieses Wort leben wir diesen Monat mit vielen jungen Leuten in ganz Europa. Ich war Gott sehr dankbar für die Momente des gemeinsamen Nachdenkens und der Erleuchtung.

Wir waren uns während eines Kongresses nur kurz begegnet. Eine Kaffeepausenlänge hatten wir uns erkämpft. Darin hatte ich auf Nachfrage ein wenig von mir erzählt. Dann gesellte sich jemand zu uns, so dass ein persönlicher Austausch nicht länger möglich war. Ich spürte eine Trauer in meiner Seele, hatte ich doch eine Traurigkeit in den Augen meines Gegenübers gesehen. Am Ende der Tagung bliebe leider keine Zeit mehr. Ich spürte, wie der Augen-Blick in die Seele dieses Menschen mich begleitete. Auf dem Heimweg betete ich und empfahl ihn der erfinderischen und sorgenden Liebe Gottes. Als ich am nächsten Morgen schon früh aufwachte, war mein erster Gedanke, wieder für ihn zu beten. Während dieser Zeit dachte ich an die kurz vor uns liegende Fastenzeit. Mit jungen Menschen würden wir uns auf den Weg „Bridging people: 40 days – 40 opportunieties!“ machen. Ich spürte, welche Chance mir Jesus in dieser Zeit zuspielen würde. So schrieb ich eine WhatsApp, fragend, ob ich an einem der Fastenzeit-Sonntage vorbei schauen dürfe. Eine frohe Einladung war die Antwort. Gott ist am Werk.

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