Ich bin glücklich!
In einem ökumenischen Schulgottesdienst der Klassen 5 und 6 einer weiterführenden Schule sah ich nach längerer Zeit zwei kleine Mädchen, die mit ihren Müttern aus der Ukraine geflüchtet waren. In den ersten Jahren ihrer Zeit in unserer Stadt hatten wir viel Kontakt gehabt. Als die beiden mich sahen, kamen sie und umarmten mich sehr herzlich. Als ich dann später eine kurze Ansprache zu halten hatte, sprang die eine der beiden unvermutet auf und umarmte mich nochmals und ihre Freundin tat das ebenfalls, was zu einer sehr leichten Atmosphäre im Gottesdienst führte. – Als ich nachmittags in einem Supermarkt noch einen Einkauf machen wollte, bremste auf dem Parkplatz vor dem Geschäft ein Wagen sehr abrupt und eine junge Studentin, die ich ebenfalls lange nicht gesehen hatte, sprang aus dem Wagen: „Ich freue mich so sehr, dass wir uns sehen, ließ sie mich wissen.“ Wir redeten ein paar Augenblicke miteinander, während ihre Mutter im Auto wartete und als wir uns verabschiedeten, sagte sie: „Wie schön! Ich bin jetzt richtig glücklich!“
Mit einer größeren Gruppe Jugendlicher hatten wir uns am Tiny House in unserem Garten zu einem bunten Nachmittag getroffen. „Entscheide dich, glücklich zu sein!“ war das Motto der gemeinsamen Stunden, in denen die Jugendlichen vielfältige persönliche Impulse bekamen und sich in kleinen selbstgewählten Gruppen dazu austauschten. Es war viel Leben zu spüren. Am Ende der Zeit luden wir einzelne Jugendliche ein, vor einer Kamera zu erzählen, was ihnen der Nachmittag bedeutet habe.
Ein Jugendlicher war sofort bereit zu erzählen. Er hatte unter anderem in seiner Kleingruppe an der Übung teilgenommen, den anderen Gruppenmitgliedern zu sagen, was sie aneinander als positiv und bewundernswert wahrgenommen hatten. Strahlend stellte er sich vor die Kamera und sagte: „Ich bin so froh, dass ich heute gekommen bin. Denn ich habe gespürt, dass die anderen viel positiver von mir denken, als ich mich selber sehe. Das hat mich richtig froh gemacht. Mir ist klar geworden, dass ich nicht immer so ängstlich darüber denken soll, wie mich andere Leute sehen.“
Es lohnt sich, immer neu aufzubrechen und so neue Erfahrungen zu sammeln. Jede Begegnung ist eine Einladung, auf neue Weise lebendig zu werden! Diese Erfahrung hat den jungen Teenie richtig beflügelt.
Als sich ein junger Mann voller Lebenshunger Jesus näherte und mit ihm ein Gespräch begann, schaute ihn Jesus an und gewann ihn lieb. In solchen Begegnungen wachsen wir – oft über uns selbst hinaus. Dieser Monat lädt dich ein, immer neu aufzubrechen, denn es gilt: Nur wer losgeht, kommt an!
° Welche Erfahrungen sind dir geschenkt worden, weil du den Mut hattest, loszugehen?
Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb. (Mk 10,21)
Vergebung war das Thema des Sonntags. Wie oft geschieht es, dass wir Menschen auf den Mond schießen wollen, fragte ich in meiner Predigt. Und dann ging es um Wege, wie es uns gelingen kann, den Mond wieder zu „entvölkern“. – Basis jeglicher Vergebung ist die Entdeckung, unendlich geliebt zu sein. Gott hat mir, der ich gerade über jemanden den Stab breche, bereits all meine Schuld vergeben, er hat mir 10 000 Talente Geldschuld - ca. eine Milliarden Euro – erlassen. Wer das entdeckt, wird fähig, wirklich zu verzeihen. Mit ein paar konkreten Erfahrungen war es gelungen, diesen Weg des Verzeihens aufleuchten zu lassen. Abends las ich in einer Nachricht: „Ich freue mich auf den nächsten Vollmond, weil ich all die, die ich auf den Mond geschickt habe, wieder zur Erde beordert habe. So werde ich einen wunderbaren ungetrübten Blick auf die leuchtende Kugel des Mondes haben.“
Plötzlich wurde die Autobahn beidseitig gesperrt. Ein Kran drohte auf die Fahrbahn zu stürzen. Das bedeutete – am Freitagnachmittag – zwei Stunden Stau. Dann wurden alle Fahrzeuge auf Nebenstrecken geleitet. Vielfach nur einspurig befahrbar. Der Weg führte durch einsame Waldgebiete, die plötzlich voller Autos waren. Es regnete und wurde langsam dunkel. Da ich mein Ziel an dem Tag nicht mehr erreichen konnte, entschied ich umzukehren. Alles war verstopft und versperrt. Nach sieben Stunden Suche hielt ich an einem kleinen Parkplatz an und suchte erneut nach einem Ausweg. Vier andere Fahrzeuge fanden sich neben mir ein, alle in der gleichen verzweifelten Lage. „Ich komme nicht mehr nach Hause!“ weinte ein Mädchen. Wie ein Engel kam ein Einheimischer vorbei. Er hatte auch alle Wege, die ich gefahren war, ausprobiert. Nichts war gegangen. Mir kommt noch eine letzte Möglichkeit über eine sehr enge Straße, die nicht eingezeichnet ist, in den Sinn. Wir fuhren hinter ihm her – dunkel, glitschig, regnerisch, kurvenreich … Nach über einer halben Stunde ungewisser Fahrt durch riesige Wälder, erreichten wir eine Hauptstraße. Ich sah einen mir bekannten Ort ausgeschildert, der schon jeweils der Sperrung der Autobahn lag. Der Weg ging weiter. Nach über 8 Stunden Stau war kam ich wieder zu Hause an. Geführt, dankbar und glücklich.