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Ich bin glücklich!

Es war eine richtig schwere Entscheidung, die sie zu treffen hatte. Sie bat mich in dieser Zeit um mein Gebet. So blieb ich auf dieser Ebene über Tage lebendig mit ihr verbunden. Ich hatte die Ahnung, dass es um eine Lebensentscheidung ging. Irgendwann ergab sich ein ehrliches Gespräch. Sie war über längere Zeit mit ihrem Freund zusammen, der ihren Glauben nicht teilte. Für ihn war klar, dass – im Fall einer Ehe – die gemeinsamen Kinder in seinem Glauben erzogen würden. Das wurde mehr und mehr für sie zu einer Unmöglichkeit, da sie immer tiefer in einen lebendigen Glauben zu Jesus gefunden hatte. „Ich möchte auf jeden Fall in meiner Ehe, meinen Glauben gemeinsam mit meinem Partner leben und auch an unsere Kinder weitergeben“, ließ sie mich wissen. Mein Gebet begleitete sie, war es doch für sie in dieser Zeit nicht leicht, sich gegen eine Beziehung zu entscheiden und wieder neu auf eine tragfähige Freundschaft zu warten.

Tage später schrieb sie: „Ich hab mich entschieden. Ich musste mich für meinen Glauben und für Jesus entscheiden. Es hat mich viel gekostet, aber in der Tiefe meines Herzens spürte ich: Für mich geht es nicht anders! – Klar, jetzt bin ich traurig, zugleich aber auch frei und entlastet, denn ich spüre, dass sich jetzt eine neue Zukunft auftun kann. Es war so wichtig, mir treu zu bleiben.“

Jesus musste die Erfahrung machen, dass sich im Laufe der Zeit viele seiner Jünger zurückzogen und nicht mehr mit ihm gingen. Und so stellt er seinen Jünger und Jüngerinnen die Frage. „Wollt auch ihr weggehen?“ Petrus bleibt bei Jesus mit der Begründung: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens!“ Damit bleibt er sich und seiner Entdeckung treu. Dazu lädt uns dieser Monat ein. Also, es gilt in allen Entscheidungen:

Bleib ganz DU!

° Hast du dich schon mal gegen etwas / jemanden entschieden, um dir treu zu bleiben?

Wollt auch ihr weggehen? Joh 6,67

In einer internationalen Konferenz kamen unterschiedlichste Meinungen zum Thema „Evangelisierung“ ins Gespräch. Eine Gruppe, die einen wenig frei lassenden Ansatz vertrat, hatte große Redeanteile im Programm und den sich anschließenden Diskussionen. Mehrfach versuchte ich vorsichtig eine weitere Sicht einzuspielen. In den Pausen entschied ich mich, einzelne Verantwortungsträger offen auf das Thema anzusprechen und ihnen mein Unbehagen mitzuteilen. Ich hatte nicht erwartet, dass mehrere der Angesprochenen meine Bedenken teilten. Alle Versuche, es in der Gesamtrunde einzuspielen, misslangen. Ich spürte eine Enttäuschung in mir, die ich auch ins Wort brachte. Ich blieb im Gespräch. Einige Tage nach dem Ende der Konferenz durfte ich in einer Antwort-Mail lesen: „Auch ich denke oft an unser Treffen und die wunderbaren Gespräche zurück, die wir geführt haben. Ich habe deine Kritik sehr geschätzt, und du hattest wirklich recht. Ich habe das mit meiner Organisation besprochen, und wir machen uns Gedanken darüber, in welche Richtung sich unser Weg in Zukunft entwickeln wird. Du hast mich also tatsächlich dazu inspiriert, darüber nachzudenken.“

Ich hatte meine Mutter zu einem herbstlichen Ausflug eingeladen und am Ende einen Cappuccino versprochen. Wir fuhren durch wunderbar bunt gefärbte Herbstlandschaften und ich spürte, wie sehr sie sich über all diese Eindrücke freute. Als wir in der kleinen Stadt, die wir anfahren wollten, ankamen und ich mit ihr – 91jährig – an meinem Arm zu dem Café ging, war es – entgegen der Meldung im Internet - leider geschlossen. Langsam gingen wir zurück zum Auto. Mir kam die Idee, noch zu einem hochgelegenen Dorf zu fahren, wo sie früher gern gewesen war. Gesagt getan. Als wir dort ankamen, parkte ich vor einem einfachen Hotel. Wir hatten nicht erwartet, dass es noch in Betrieb war. Entgegen unserer Erwartung bekamen wir dort einen leckeren Cappuccino und ein sehr lebendiges Gespräch mit dem Wirt entspann sich. Als wir gingen, sagte meine Mutter. „Was war das für eine schöne Begegnung. Gut, dass das erste Café geschlossen war.“