Ich bin glücklich!
In der Mail einer jungen Ordensschwester lese ich: „Wir haben in unserem Treff eine wunderbar bunte Gemeinschaft von Menschen am Rande der Gesellschaft, uns Schwestern und ganz unterschiedlichen Leuten, die sich einbringen, die Gemeinschaft genießen und mitprägen. Seit ein paar Wochen kommt eine geflüchtete Frau zu uns. Sie ist mit ihrer großen Herzlichkeit, die sie mit ihrem kleinen Wortschatz trotzdem auszudrücken vermag, einfach ein Engel. In ihrer feinen und zupackenden Art ist sie eine große Bereicherung für die Gruppe.
Heute Morgen war ich auf dem Weg in meinen Urlaub. Auf einmal traf ich sie, schon weit entfernt von meiner Stadt. Wir waren beide total überrascht und haben uns sehr gefreut. Sie war auf dem Weg zu einem Termin und war - ohne Internet - auf der Suche nach der Adresse. Ich konnte sie noch schnell zu der Adresse bringen, bevor ich zum Bahnhof gehen musste. Es herrschte so eine Freude unter uns. Ich glaube, ohne es auszusprechen, haben wir beide gespürt, dass wir zueinander geschickt worden sind. Ich hatte den Eindruck, Gott lässt uns gerade eine Emmaus-Erfahrung machen. Wir erlebten Gemeinschaft mit Jesus, der uns trägt, zu Hause und unterwegs.“
„Freiheit ist nicht Freiheit zu tun, was man will, sie ist die Verantwortung, das zu tun, was man tun muss.“ Dieses Zitat von Yehudi Menuhin, das wir auf den Erlebnisparcours „navi4life – Navigier dich ins Leben!“ aufgebracht hatten, begleitete mich seit Tagen. Ein körperlich behinderter junger Mann kam an unserem Stand vorbei, auf der Suche nach einer Ausstellung. Die Ausstellung war in der Kaiserpfalz in Paderborn. Mir kam der Impuls: „Begleite ihn kurz dorthin!“ Dort angekommen, traf ich einen Freund, der gerade mit Samuel Koch zusammen war, der vor vielen Jahren in einer Unterhaltungssendung bei einem sportlichen Versuch gestürzt war und seither mit einer Querschnittslähmung leben musste. Er sagt von sich: „Ich bin nicht berühmt, sondern ich bin bescheitert!“ Wir kamen kurz ins Gespräch – auch über unseren Projektweg für junge Leute „navi4life“. „Ja, sich ins innere Glück navigieren zu lernen, das ist wirklich unsere Lebensaufgabe!“ ließ er mich wissen. Nach einer kurzen innigen Begegnung gingen wir auseinander. Gut, dass ich diesem inneren „Muss“ gefolgt war, den jungen Körperbehinderten zu seinem Zielort zu begleiten.
Liebe Freunde von go4peace,
in diesem heiligen Jahr, in dem uns Papst Franziskus einlädt, als Pilger der Hoffnung unterwegs zu sein, teilt Michael im August einen „starken Moment der Hoffnung“ aus seinem Leben mit euch:
„Ich hatte mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer kleinen Tageseinrichtung entschieden. Nach Schule und Studium war das eine völlig neue Lebenswelt, die sich mir da öffnete.
Ein noch relativ junger Patient, hatte einen Schlaganfall erlitten und war dadurch aus seinem bisher sehr erfolgreichen Leben abrupt herausgerissen worden. Das hatte ihm den Teppich unter den Füßen weggezogen und ich spürte, wie lang der Weg noch für ihn war, diese Situation annehmen zu lernen. Oft reagierte er ungehalten und bitter, so dass viele bemüht waren, Abstand zu ihm zu halten.
Ich erkannte seine Not und versuchte sie in den Zeiten meines Dienstes mit ihm auszuhalten. Nach und nach baute sich ein tiefes Vertrauen auf, so dass er begann, mir viel anzuvertrauen. Ich spürte: Das ist mein Teil, den ich ihm schenken kann.“
Verbünden wir uns in diesem Monat August mit Michael im Motto: Bleib dran!
für das go4peace-Team Meinolf Wacker
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P.S.: Teilt gern eure Erfahrungen in der App go4peace im Bereich „Entdecken & Schreiben“.