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Im Leiden nahe sein

Eine Ordensschwester teilte eine wunderschöne Erfahrung mit mir. Ein Kind hatte in ihrer Kirche vor der Statue des leidenden Jesus - mit Wunden übersät -  gestanden. „Weißt du, wer das ist?“ hatte sie gefragt. Das Kind hatte genickt. Schweigend standen die beiden eine ganze Zeit vor der Statue. Dann sagte das Kind: „Wir fehlen IHM!“. Erstaunt fragte die Schwester nach. Was hast du gerade gesagt: „Ja, wir fehlen Jesus!“

„Post-it“ vom Himmel

„Mein Sohn wird bald unsere Wohnung verlassen, da er beruflich umziehen muss! Wir kommen heute aber nochmals gemeinsam zur Messe, denn das bedeutet uns viel!“ lese ich in einer WhatsApp. Nach der Messe ergibt sich ein Gespräch. „Auch heute haben mich die Predigt-Gedanken wieder sehr angerührt. Bewegt hat mich heute vor allem das tiefe Vertrauen, das Bartimäus Jesus entgegen gebracht hat. Das darf ich auch immer wieder erleben! Darf ich noch eine Erfahrung teilen?“ höre ich die Mutter fragen: „Mein Sohn war vor Jahren nach New York gereist. Er machte gerade eine Findungsphase durch!“ – „Um ehrlich zu sein,“ warf der Sohn ein, „das waren echte Depressionen!“ Dann fuhr die Mutter fort: „Ja, es war eine schwere Zeit und wir haben Gott immer wieder um Hilfe gebeten. Und dann ging mein Sohn am Empire State Building vorbei und aus der Höhe kam ein kleiner Post-Zettel angeflogen und blieb an der Jacke meines Sohnes haften. Und auf dem Zettel stand wortwörtlich: ‚God has a plan for you!‘ – ‚Gott hat einen Plan für dich!‘ Dieser Zettel hängt immer noch an unserer Pin-Wand. Er hat damals viel Vertrauen ausgelöst.“

In Deinem Licht!

Ein junges Paar bat um ein Gespräch. Sie waren stark engagiert im Leben für Kinder, denen es an elterlicher Zuwendung fehlte. Ihr Blick ging in die Zukunft. Sie waren sich unsicher, ob sie ein großes Haus kaufen sollten, das ihnen angeboten worden war. „Wir brauchen einfach noch mehr Licht!“ hatten sie uns wissen lassen. Zu zweit fuhren wir aus dem Netzwerk go4peace hin. Lange hörten wir zu, tauschten unsere Gedanken aus und horchten immer neu hin. Immer klarer zeigte sich eine Idee, die von den Beiträgen aller gespeist und geboren wurde. Als wir uns verabschiedeten spürten wir, dass ein neuer Weg geboren worden war. „In Deinem Licht, schauen wir das Licht!“ kam mir in den Sinn.

Frühmorgens

Natürlich braucht unser Besuch frische Brötchen, also mache ich mich morgens auf den Weg in die Stadt mit dem Wunsch, jeden kleinen Augenblick des Tages groß zu machen. Die Bäckerin bekommt 3,93 €. „Ich versuche jetzt mal ihre Kasse zu lieben!“ sage ich ihr schmunzelnd und zähle das Geld klein vor. Ihre Reaktion: „Oh, das wird ein guter Tag!“ Lachende verabschieden wir uns. Auf dem Rückweg grüße ich einen Bauarbeiter, der unten in seiner Grube am arbeiten ist und wünsche ihm einen guten Tag. „Danke!“ ruft er zurück: „Sie sind der erste!“ Wieder zu Hause entscheide ich mich, die Blätter vor dem Hauseingang wegzufegen. Währenddessen kommt die Müllabfuhr. Ich rufe dem Mitarbeiter ein freundliches „Danke!“ hinterher. Lächelnd winkt er zurück!

Etwas Besonderes

Besuch aus der Ukraine hatte sich angesagt. Das Wochenende brachte gemeinsame Zeitfenster. Mir kam der Impuls: Mach etwas Besonderes draus. Aber was? fragte ich mich. Ich hatte ein Buch über Etty Hillesum, eine junge Jüdin, die 28jährig im KZ Auschwitz ihr Leben lassen musste mit dem Titel: „Doch, es gibt eine andere Wirklichkeit!“ geschenkt bekommen. Die Art und Weise, wie Etty Gottes Nähe in schwieriger Zeit entdeckt hatte, war mich sehr nahe gegangen. Ich wählte drei kurze Texte aus ihren Tagebuchnotizen aus, übersetzte sie ins Englische und verband sie mit dem Besuch dreier sehr unterschiedlicher Kirchbauten.  „Hineinhorchen“ – „Allein, ich bin mir selbst anvertraut“ und „Ich will dir helfen, Gott!“ Samstagsnachmittags machten wir uns auf den Weg. In jeder Kirche lasen wir einen Text und fanden in einen tiefen Austausch. Am Ende des Tages hatten wir viel Schönes gesehen, doch das Wichtigere war die Entdeckung: „Es gibt eine andere Wirklichkeit!“ Der verborgene Gott, der sich im gemeinsamen Austausch ereignet hatte, schenkte uns einen tiefen Frieden.

Gib deinen Teil!

Übervolle reichhaltige Tage lagen hinter mir. Ich spürte, wie erschöpft ich war. Am Sonntagnachmittag stand ein Gottesdienst mit jungen Leuten im Zelt in unserer Kirche an. Sollte ich ihn absagen? – Ich dachte an einzelne Jugendliche, die bestimmt kommen würden. Eine innere Stimme ließ mich verstehen: „Gib deinen Teil!“ Ich bereitete alles gut vor, um die Jugendlichen herzlich empfangen zu können. Wir waren eine kleine Gruppe von sieben Leuten. Vom ersten Augenblick an war ein Klima tiefen Vertrauens da, so dass wir in einen ehrlichen Austausch und in ein echtes Beten hineinfinden konnten. Abends durfte ich in einer Mail lesen: „Ich fand es heute sehr berührend und emotional und freue mich schon auf den nächsten Gottesdienst im Zelt!“

Bitte um einen Anruf

 Mit einer kleinen Gruppe des Teams aus dem Jugendhaus Johannes Paul II. in Sarajevo war ich an einer weiterführenden Schule unserer Stadt. Mit bunten Bildern und vielfältigen Erfahrungen stellten wir die Möglichkeit eines FSJ im Jugendzentrum im Herzen Bosnien-Herzegowinas vor. Eine Schülerin war besonders interessiert an dem, was sie erlebte und hatte den Mut, immer wieder nachzufragen. Zwei Tage später erhielt ich eine WhatsApp-Nachricht: „Meine Tochter hat mich gebeten, dir ihre Nummer zu schicken. Sie würde sich gern über einen Anruf freuen!“ Ich rief an und hatte die junge Frau am Telefon, die sich so interessiert gezeigt hatte. Wir sprachen lange. Am Ende sagte sie: „Was war das für ein lebendiges Telefonat. Ich bin ganz gerührt. Irgendwie spüre ich, dass ich an all dem dran bleiben muss!“

Das hat meinen Tag gemacht!

In der Sakristei hatte ich von einer Messdienerin aufgeschnappt: „Ich freue mich total auf Donnerstag!“ Auf meine interessierte Frage hin, was denn am Donnerstag Besonderes sei, erfuhr ich, dass sie mit ihrer Klasse nach Rom fahren würden. Ich schaute in die strahlenden Augen einer Teeny. Ihre Freundin, auch aus der Klasse, stand neben ihr mit dem gleichen Lächeln. In Gedanken stellte ich meine Predigt sofort um und adressierte sie vorrangig an die beiden Mädchen. Am nächsten Tag kaufte ich ein wenig süßen Reiseproviant und fand noch zwei kleine Kreuze mit je 5 Farben für die Kontinente. Ich packte alles liebevoll ein und warf es am nächsten Morgen, während die Jugendlichen in der Schule waren, in ihre Briefkästen. Von beiden erhielt ich überschwängliche, total dankbare Rückmeldungen, versehen mit der Aussage: „Das hat echt meinen Tag gemacht! Und noch eins wollte ich sagen: Deine Predigten könnten noch viel länger sein. Wir hören dir immer so gerne zu!“

Tag der offenen Tür

Am Tiny House hatten wir im Rahmen der interkulturellen Woche einen Tag der offenen Tür am Tiny House veranstaltet, um den Projektweg „navi4life“ Interessierten vorzustellen. Das Wetter war nicht das allerbeste, es war regnerisch und kalt. Menschen aus unterschiedlichsten Ländern kamen vorbei. Ein junges afghanisches Ehepaar hatte vor Monaten einer Familie, die aus dem Iran aufgrund ihres Glaubens geflüchtet waren, für ein paar Tage Unterschlupf gewährt. Sie sprachen gebrochen Englisch. Nun wohnten sie in einer Nachbarstadt. Sie waren eigens angereist, um uns kennen zu lernen. Als ich ihnen begegnete fiel mir das Strahlen in den Augen der Frau mittleren Alters auf. „Wir durften uns in unserem Land nicht taufen lassen und wir haben so eine Sehnsucht nach Jesus“, ließ sie mich wissen. Ich schaute in ihre Augen und hatte den Eindruck, bis in ihr suchendes Herz zu schauen. Dann fragte sie: „Kannst du uns helfen, Jesus noch tiefer kennen zu lernen?“ Am Tag der offenen Tür, ein zutiefst offenes Herz – was für ein Geschenk!

Es schien aussichtslos!

Zwei Klassen einer Hauptschule waren nacheinander am Tiny House und ich stellte ihnen das Logbuch 1 „Mein Leben – windschief und glänzend vor“ und ließ sie verstehen, welchen Gewinn sie für ihr eigenes Leben durch die Beschäftigung mit dem Buch erzielen könnten. Von der zweiten Gruppe erfuhr ich, dass über die Hälfte der Schüler*innen keinen Schulabschluss bekommen würden. Sie waren dem geforderten Niveau einfach nicht gewachsen und hatten nicht gelernt, sich zu mühen. Während der Zeit in  unserer Gruppe waren einige der Jugendlichen non-stop am Reden. Beide Stunden gelangen den Umständen entsprechend gut, doch nach den Durchläufen sah ich den Lehrer*innen ihre tiefe Enttäuschung über die Jugendlichen an. Eine der Frauen sagte mir: „Ich schaffe es einfach nicht mehr. Ich kann in dieser einen Klasse nicht mehr unterrichten!“ Lange hörte ich zu. Hoffnungsvoll gingen wir auseinander. Tage später dann eine Mail: „Ich bin so froh, dass wir mit dem Projekt doch einige der Jugendlichen haben erreichen können. Wir brauchen 10 Logbücher, denn 10 der Schüler*innen wollen sich auf jeden Fall mit dem Buch beschäftigen, um es für ihr Leben zu nutzen!“

Auf Wiedersehen!

An einem meiner letzten Ferientage konnte ich mit einem Freund noch das Hospiz der Augustiner Chorherren auf dem Simplon-Pass in den Schweizer Bergen besuchen. In der dortigen Bar tranken wir einen Cappuccino. Am Nachbartisch sprachen zwei Gäste in polnischer Sprache miteinander. Die Frau fiel mir durch ihre Freundlichkeit auf. Am Ende verabschiedeten wir uns aus der Gaststätte und ich sagte lächelnd in polnischer Sprache: „Do widzenia!“ – Auf Wiedersehen“ – Die Frau lächelte und so kamen wir ins Gespräch. Da die Bedienung noch andere Aufgaben hatte, bat sie uns kurz danach ein wenig abrupt, die Bar zu verlassen. In meinem Herzen betete ich: „Jesus, wenn du willst, lass uns draußen noch ein wenig weiter reden!“ Und so kam es. Wir erfuhren, dass die polnische Frau eine Ordensschwester war und mit Jugendlichen in den Bergen unterwegs war. Es wurde noch eine sehr herzliche Begegnung. Wir tauschten Kontaktdaten aus und gingen mit einer großen Freude im Herzen auseinander.

Tagesmotto

Ich stand an der Theke einer Großbäckerei, um Brötchen und Kuchen einzukaufen. Eine Bedienung war für den Verkauf an der Ladentheke verantwortlich, sie hatte viel zu tun. Ich hatte schon 10 Minuten gewartet. Eine ältere Frau kam deutlich nach mir in die Bäckerei. Als ich an der Reihe war und die Verkäuferin fragte: Wer ist jetzt der Nächste? Drängte sich die ältere Dame vor. Ich spürte einen echten Groll in mir, wollte aber nicht auf meinem Recht pochen. Ich fragte mich nach unserem Tagesmotto: „Tu, was JETZT zu tun ist!“ Ich spürte den Impuls in mir: Bete für diese Frau. Ich tat es. Als ich an der Reihe war, scherzte ich ein wenig mit der Verkäuferin und lobte sie für ihren Arbeitseifer. Da ich häufiger in dieser Bäckerei einkaufe, kannte sie mich und sagte: „Es ist immer schön, wenn Sie kommen!“

Nur ein Butterbrot

Ich hatte mir vier Butterbrote für eine lange Autofahrt nach Polen geschmiert. Am Abend des Tages waren noch zwei übrig. Eine Stimme in mir ließ mich verstehen, sie im Kühlschrank aufzubewahren und nicht zu essen. Ich war mit sechs junge Leuten unterwegs. Als wir zwei Tage später in der Frühe des Tages wieder heimfuhren und noch kein Frühstück bekommen konnten, ließ mich ein Mädchen aus der Gruppe verstehen, dass sie ohne Frühstück kaum durchhalten würde. Strahlend präsentierte ich ihr die beiden immer noch frischen Brote. Sie aß sie voller Freude: „Boh, sind die noch lecker!“ Die dankbare Freude dieses Mädchens ließ mich selber mit frohem Herzen die Reise antreten.

Domino-Effekt

Mit einer kleinen Gruppe Jugendlicher war ich auf dem Weg nach Rajsko bei Oswiecim, um dort am 30jährigen Jubiläum eines Kinderdorfes teilzunehmen. Kurz vor der polnischen Grenze hielten wir an einer Raststätte an, um die Toiletten aufzusuchen. Jeder erhielt dafür einen Gutschein-Bon, der im Laden eingelöst werden konnte. Als ich die sechs Jugendlichen fragte, ob noch jemand meinen Bon bräuchte und sie verneinten, bekam das der Kassierer, bei dem ich kurz vorher meine Tankrechnung beglichen hatte und ein wenig mit ihm gescherzt hatte, mit und sagte mir: „Kommen Sie!“ Dann hielt er mir einen Schoko-Riegel hin und sagte: „Der kostet genau den Wert des Bons!“ Voller Freude nahm ich die Schokolade dankend entgegen und gab sie einer der Studentinnen, die gerade neben mir stand weiter, worüber sie sich sehr freute.

Gottes Arbeit

Es hatte begonnen zu regnen. Wir hatten zwei Mütter mit ihren durchnässten Kindern ins Pfarrbüro gebeten, um ihnen vor dem Regen Schutz zu bieten. Eine der beiden schaute mich mit großen Augen an und sagte: „Sie sind doch Pastor – oder?“ Ich lächelte und antworte: „Ja klar und was für einer!“ – Lachend erwiderte sie: „Ich kenne sie. Wir sind uns schon einmal begegnet und irgendwie war das ganz kostbar. Das kommt gerade alles in meinem Herzen wieder hoch und ich spüre, wie bewegt ich bin! Und dankbar! Ich hab den Wunsch, auch wieder zur Kirche zu kommen…“ Dann zeigte ich ihr und ihrer Freundin unser Tiny House im Garten und erzählte von dem Projektweg navi4life, der jungen Leuten ins Leben hilft. „Toll, dass Sie so etwas machen! Das brauchen wir so sehr! Irgendwie ist das auch noch mein Thema!“ Dann verabschiedeten wir uns. Als ich die beiden jungen Mütter eine Stunde später auf einem Kinderspielplatz sah, brachte ich ihnen noch eine Schokolade und das Logbuch 1: Mein Leben – windschief und glänzend. Voller Freude schaute sie mich an und ließ mich wissen: Wir sehen uns bald wieder, ich komme zum Tag der offenen Tür am Tiny House.

Geteiltes Leben

Als Kind war sie von ihrem Vater nie wirklich geliebt worden. Das hatte sie tief verletzt und in ihrer Seele klein gehalten. Nun war der Schulabschluss geschafft. Sie hatte sich ein wertschätzendes Zeichen ihres Vaters gewünscht, der ihre Familie schon lange verlassen hatte. Vergebens. Ihr Großvater hatte das alles miterlebt. Er hatte selber lange gebraucht, seine eigene Vater-Beziehung zu verarbeiten. Auch ihm waren als Kind viele Demütigungen zugemutet worden. Ein Gespräch zwischen Opa und Enkelin ergab sich. Der alte Mann nahm sich sehr einfühlsam viel Zeit. Er begann zu erzählen, wie schwer es für ihn gewesen war, in eine gesunde Distanz zu seinem Vater zu kommen, die ihm geholfen hatte, seelisch auf die eigenen Beine zu kommen. Geduldig hörte die junge Frau zu. Sie spürte, die Liebe ihres Großvaters und sie verstand, wie wichtig der Weg der Aufarbeitung für ihn gewesen war. So lange wie er, wollte sie in ihrem Leben nicht warten. Sie entschied sich, Hilfe zu holen.

Helena

Ungezählten Menschen hatten wir vor unserem Tiny House auf dem Libori-Fest in Paderborn einen Friedensstift geschenkt. Mein Blick fiel auf ein junges Mädchen, das Pommes essend auf einer steinernen Treppe saß. Mit einem Lächeln im Gesicht ging ich zu ihr, hielt ihr einen Friedensstift hin und sagte: „Beim Pommes-Essen kommen immer die besten Friedensgedanken. Und hier ist ein Stift, mit dem du all diese Gedanken auf die Serviette schreiben kannst.“ Lächelnd nahm sie den Stift entgegen. Einige Minuten später kam sie zu mir und überreichte mir strahlend ihre Serviette auf den sie geschrieben hatte: „Frieden bedeutet z.B., dass ich Pommes essen kann und es genug Essen gibt. Dass ich meine Pommes ohne Angst essen kann und mich nicht um mein körperliches oder geisltiches Wohl sorgen muss. Dass ich weiß, ein sicheres Zuhause zu haben, wo ich mir ohne Schwierigkeiten selbst Pommes machen kann. Trotzdem ist Frieden mehr als Pommes. Frieden ist das Wichtigste und ich bin dankbar, dass ich diesen Frieden erleben darf!“

Zuneigung

Nach einem inspirierenden Dialogkonzert, in dem eine junge Orgelvirtuosin auf die Lebenszeugnisse junger Leute reagiert hatte, schrieb eine Teilnehmerin: „Wie sehr ehrliche Liebe und Begleitung das Leben junger Menschen stärken und bereichern kann, habe ich in dem Dialogkonzert deutlich gespürt. Wie schön, dass besonders aus den go4peace Camps so viele großartige Lebensperspektiven entstehen konnten! Als der junge Eritreer von seiner zweiten Mutter in Deutschland erzählte, gab es auch einen Moment zwischen einer jungen Flüchtlingsmutter und mir, der unbeschreiblich war. Wir sahen uns an und berührten uns vorsichtig. Die junge Asiatin flüsterte voller Vertrauen: ‚Genau wie bei uns!‘ und wir erlebten eine tiefe Zuneigung, dass mir die Tränen kamen. Eine junge, verletzliche Frau aus einer anderen Welt, die Gott mitten in mein Herz gelegt hat! Es war einer dieser Momente der Ewigkeit, in der Jesu Nähe so intensiv spürbar war, dass ich ihn nie vergessen werde.“

Mit allem verbunden

Für eine Woche bin ich mit meiner Mutter zusammen, die bald 90 Jahre alt wird. Immer wieder kamen wir in ehrliche, tiefe Austausche, hielten Rückschau auf eine so lange und reiche Lebenszeit. Nebenher gab es viel körperliche Arbeit im Außengelände zu stemmen. Eines Morgens kam mir die Idee, meine Mutter auf eine nachmittägliche Wallfahrt in den kleinen Ort Werl einzuladen. Obwohl ihr der Weg – ihrem Alter entsprechend – zu lang erschien, willigte sie voller Vertrauen ein. Wir überlegten, wen wir im Herzen mit auf den Weg nehmen sollten und riefen unterwegs zwei Menschen, die sehr unter krankheitsbedingten Einschränkungen leiden, an. In der Wallfahrtsbasilika angekommen, hielten wir eine längere Zeit der Stille vor dem Gnadenbild – ein tiefer Augenblick schweigender Verbundenheit, dann ein kurzes gemeinsames Gebet. Auf dem Hinweg hatten wir einen Rosenkranz gebetet. Dann steckten wir Kerzen für all die Menschen an, die wir mitgebracht hatten. Meine Mutter begann zu erzählen: „In den 70ger Jahren war ich mit meiner Mutter, deiner Oma, hier in Werl. Sie war schon sehr gebrechlich! In einer vollbesetzten Messe bot uns eine jüngere Frau noch einen Platz an …“ Auf einmal hatte ich den Eindruck, der Himmel tut sich auf und eine tiefe Verbundenheit mit allen und allem was ist und was je war und was sein wird, ist zu spüren! Ein geschenkter Augenblick! Als wir abends wieder zu Hause war, spürte ich einen tiefen Frieden im Herzen meiner Mutter: „Was für ein schöner Tag. Ich bin zutiefst glücklich!“

Danke

Eine Voicemail erreicht mich auf dem Handi. Ich höre die Stimme einer älteren Frau, die seit Jahren allmorgendlich die Mottos über die App bekommt. Sie erzählt mir voller Dankbarkeit, was diese Kurzimpulse für sie bedeuten. „Ich habe den Schritt gewagt und will dir einfach von Herzen Danke sagen. Ich halte jeden Morgen eine stille Zeit und lese dann das Evangelium. Und dann ist der Impuls dran und ich kann sagen: Er passt für mich immer so gut! Danke! - Ich habe eine schwere Zeit hinter mir. Einmal habe ich in einem Bibelkreis den Impuls aufgeschnappt, all unsere Sorgen Jesus ans Herz zu legen und ihm laut zu sagen: ‚Sorge du dich!‘ Das hab ich immer wieder gemacht und ich spüre, wie Gott, wenn ich ihm ganz vertraue, ans Werk gehen kann. Also nochmals danke!“