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ihr gesicht ließ mich nicht mehr los

Unerwartet fielen zwei Termine aus. So war plötzlich der Nachmittag und der Abend frei. Zunächst wusste ich mit dieser freien Zeit nichts anzufangen und ärgerte mich ein wenig, da beide Termine später nachgeholt werden mußten. Mir kam das Motto: “Verweile!” So versuchte ich einen Augenblick lang still zu werden und Gott diese Situation im Gebet hinzuhalten. Mir gingen viele Menschen durch mein Herz. Das Bild einer jungen Frau, die kürzlich ihre Mutter verloren und nun keine Eltern mehr hatte, drängte sich mir besonders ins Bewusstsein. Ich rief sie an. Über eine Stunde konnte ich ihr zuhören, fast ohne ein Wort zu sagen. Sie erzählte, was in ihrer Seele alles geschehen war und wie sie mühsam begonnen hatte, ihre neue Rolle zu finden und zu spielen. “Und weißt du?” sagte sie, “jetzt, wo ich all das, was in meiner Seele war, zugelassen habe, spüre ich einen so tiefen Frieden in meiner Seele. Und ich bin so froh, dass ich gerade heute all das mit dir teilen konnte!”

klein und doch so groß

Als die Idee des Perlenbandes im Familiengottesdienst vorgestellt wurde, war mein Mann mit unseren zwei Kindern da. Ich blieb zu Hause, da ich mich krank fühlte. Ich las den Rundbrief “Perlen des Lebens” und konnte so Anteil nehmen an diesem neuen Projekt. In der darauffolgende Woche gab es eine Situation, bei der unser Jüngster stark weinte. Sein großer Bruder, der auch erst 4 Jahre alt ist, wollte ihn trösten und sagte: “Du musst nicht Angst haben, ich bin da.” Er wiederholte dies drei-, viermal. Das fand ich so schön und ich erinnerte mich daran, dass Gott uns dies auch immer wieder zusagt: Ich bin da! Das war eine kleine und doch für mich große Erfahrung im Alltag.

er war da im Nicht-dasein

Ich hatte miserabel geschlafen, Bauchschmerzen waren die Ursache. Trotz Müdigkeit und dem unguten Verdacht, womöglich krank zu werden, rüstete ich mich und fuhr ins Pfarrhaus. Eine Sitzung war angesagt und dies den ganzen Morgen. Innerlich murrte ich und sagte zu mir: Wo ist ER denn jetzt? War ich doch schon vor Weihnachten mit einer Grippe im Bett. Das konnte ja unmöglich sein, dass es mich nun wieder erwischte! Ich spürte gerade gar nichts von dem “Ich bin da!”.
Während der Sitzung erfuhr ich dann noch eine Nachricht, die mir zu schaffen machte und mir war klar, wenn die Situation so eintrifft, wie sie mir mitgeteilt wurde, dann könnte es schwierig werden. Und wieder fragte ich mich innerlich: Herr, wo warst du, als diese Entscheidung getroffen wurde? Mir schien, ER war nicht da!
Die folgenden vier Tage verbrachte ich im Bett. Nichts konnte ich unternehmen. Wieder außer Gefecht gesetzt! Ich machte mir Sorgen darüber, wie sich diese Situation entwickeln würde. Eine Mailnachricht brachte dann urplötzlich ein kleines Licht und die Ahnung stieg in mir auf, dass Gott vielleicht doch da war... Ob er die Situation mehr in der Hand hatte, als ich das sehen konnte? Und tatsächlich: vor wenigen Tagen ergab sich in einem Gespräch eine überraschende Wendung. Ich war so glücklich und wusste, dass ER da ist, auch wenn ER für mich nicht spürbar und sichtbar ist. Das hat mir Mut gemacht, mehr zu vertrauen, auch wenn äußerlich manches schief zu laufen scheint.

wie in einer Familie

In unserer Stadt arbeiten wir mit Menschen zusammen, die Wohnung und Arbeit verloren haben. Gestern machten wir eine starke Erfahrung mit diesen Randständigen. Wir mussten ihnen mitteilen, dass einer von ihnen im Alter von 38 Jahren gestorben war, vermutlich an einer Überdosis Drogen. Das bewegte uns sehr! Da die Beerdigung nur im Familienkreis stattfand,haben alle gemeinsam eine Karte für die Familie geschrieben.
Dann haben wir die Leute in die Kirche eingeladen zu einer einfacher Gedenkfeier.
Es war sehr bewegend, wie die Leute sangen und beteten, von ihrem Miteinander sprachen -  wie von einer Familie. Gottes Gegenwart war ganz fest spürbar. Am Abend bin ich dann in die Stadt zu einer Versammlung gefahren. Ich war etwas zu spät und fand dann auch noch keinen Parkplatz.
Als ich ohne Erfolg durch alle umliegenden Strassen gefahren war, wurde ich sehr nervös und genervt. Da kam mir das Wort vom Februar in den Sinn: Bei Dir Gott finde ich Ruhe. Und ich spürte, wie meine Unruhe sich legte und Frieden einkehrte. Ich bat Jesus, mich zu führen. Dann bog ich ab und siehe da: freie Parkplätze.
Ich war froh und freute mich: Ja, er ist da! Wie sehr hängen doch die beiden Perlen (Gottesperle: "Ich bin da!" und Perle der Stille: "Verweile!" ) zusammen...

nichtsnutzig und nichts tuend

Ich war verabredet zum Abendessen mit dem Stiftungsrat. Kurz vor 19 Uhr war ich im Restaurant. Ich dachte ich sei der letzte. Aber ich war der erste. So sprach ich ein wenig mit dem Personal und setzte mich dann hin. Es verstrichen die Minuten und niemand kam. Langsam kam eine Ahnung in mir auf. Hatte ich mich um eine Stunde vertan? Jetzt sass ich hier – nichtsnutzig und nichtstuend und zu Hause liegt so viel Arbeit. Ich wurde nervös. Doch dann kam mir das Wort und die Perle der Stille in den Sinn: Bei Dir Gott kommt meine Seele zur Ruhe. Und ich wusste, es ist einfach gut, so wie es ist: Er ist da und wartet mit mir. Ich lese Zeitung, denke nach. Langsam finde ich Ruhe.
aus der Schweiz

obwohl die zeit knapp war

In der Uni beginnt schon wieder die Prüfungszeit. Ich musste eine mündliche Prüfung ablegen. Ich freute mich, dass ich es endlich hinter mir hatte und dass ich nun meine volle Konzentration auf die noch fehlenden Klausuren lenken kann. Nachmittags bekam ich eine SMS von einem Mitstudenten, der erst einige Tage später die mündliche Prüfung abzulegen hatte. Er fragte mich, ob ich ihm nicht noch für eine gute Stunde helfen könne, weil er noch Fragen zur Prüfung habe.

“Verweile!” So  dachte ich darüber nach, wie ich seine Bitte in meinem Zeitplan einbauen konnte. Ich erinnerte mich an meinen ersten  Tage an der Uni und an viele verzweifelte Momente, an denen ich mich gefreut hätte, wenn mir jemand geholfen hätte…

„Geht klar“, schrieb ich ihm und keine 2 Stunden später trafen wir uns in der Bibliothek und  lernten gemeinsam für seine Prüfung. Ich gab mein Bestes und trotzdem kamen wir nur schleppend voran. Da ich abends noch weg musste, bot ich ihm an, am nächsten Tag von 8-10 Uhr morgens zusammenzukommen - die einzige Zeit vor seiner Prüfung, wo ich noch konnte. Am nächsten Tag in der Früh lernten wir erneut zusammen. Ich hab ihn seit dem nicht mehr gesehen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er die Prüfung bestanden hat.

Zwar bin ich mit meiner eigenen Prüfungsvorbereitung nicht gut vorangekommen, aber es war gut, meinen Mitstudenten zu einem guten Ergebnis verholfen zu haben.

erst musste ich mich versöhnen

Eine schwere Prüfung stand mir bevor. Es ging um alles oder nichts! Sollte ich nicht bestehen, könnte ich nicht weiter studieren und müsste etwas ganz anderes machen. Nochmal ganz von vorn anfangen, obwohl ich doch fast alles schon geschafft hab. Ein schrecklicher Gedanke.Was wenn ich nicht bestehen würde? Was wäre die Alternative? Ich hatte keine…

Also habe ich mir fest vorgenommen erst zur Prüfung anzutreten, wenn ich mir wirklich sicher bin zu bestehen. Immer wieder verschob ich den Termin. Die Monate vergingen und ich hatte schon so viel gelernt, aber ich fühlte mich nie sicher. Irgendwann stellte ich mir die Frage, warum es überhaupt so weit gekommen sei?  Es ging dabei nicht nur um die Prüfung. Ich war einfach mit der Gesamtsituation unzufrieden.  Obwohl ich früher so sehr mit Gott verbunden war, ist es dazu gekommen, dass ich nicht mal mehr mit ihm sprechen konnte. So viele Dinge waren wichtiger geworden. Ich wollte einfach nur glücklich sein!

Und dennoch, irgendwie schämte ich mich vor Gott. Das war auch der Grund warum ich nicht mehr mit ihm reden konnte. Also beschloss ich, mich mit ihm zu versöhnen und mein Leben zu  ändern.

Leichter gesagt als getan. Irgendwann war ich bereit, zur Beichte zu gehen und diesmal bekam ich nicht einfach die Lossprechung. Vielmehr wurde mir gesagt, ich solle mir überlegen, wie es weiter gehen solle.  „Was willst du in deinem Leben ändern?“ hörte ich als Frage an mich. Und ich spürte: Ich muss es tun! Ich fasste den festen Entschluss, bestimmte Sünden nicht mehr zu begehen. Durch diese Schritte wuchs in mir ein neues Vertrauen zu Gott. Ich sprach wieder mit ihm: „Gott, ich weiß, du liebst mich mit all meinen Fehlern und ich kann wirklich neu anfangen, weil alles was mich von dir trennt von mir genommen wurde, gib mir bitte Kraft den rechten Weg zu gehen und mich immer für dich zu entscheiden.“  Erst dann war ich bereit, mir einen Termin für die Prüfung zu holen und zu sagen: „Gott ich lege alles in deine Hände“.

Im Januar war es soweit und obwohl ich wirklich auf Gott vertraut habe, musste ich den Tag vor der Prüfung schrecklich weinen und war so aufgeregt, dass ich nichts essen konnte. Aber gegen Abend bin ich ruhiger geworden, ich habe mir immer wieder gesagt: „Gott ist bei mir!“ Mir kam ein Lied in den Sinn: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“. Am nächsten Tag ging ich zur Prüfung und sagte mir immer neu: „Gott ist bei mir, er hält mich und wenn ich falle, dann fängt er mich auf, er ist bei mir.“

Die Prüfung ist nicht optimal verlaufen… ich wurde viele Dinge gefragt, auf die ich nicht antworten konnte. Schließlich lag es im Ermessen des Professors. Er war  so verständnisvoll und geduldig. Ich hatte den Eindruck:  Jesus begegnet mir in diesem Menschen. Und ich habe bestanden. ER, Gott, war eben da!

Erst nach der ganzen Sache habe ich von den Perlen des Glaubens erfahren und davon, dass diesen Monat die Gottesperle an der Reihe war, die uns daran erinnert, dass Gott der  „ICH BIN DA“ ist. Das hat mich so berührt, weil ich genau diese Erfahrung gemacht habe.

gott bewegt

Wir sassen beim gemeinsamen Mittagessen. Eine junge Frau erzählte ihre Erfahrung, die aus großen Leiderfahrungen gespeist war. Aufmerksam hörten alle zu.  Als sie endete kam mir das Motto: “Verweile!” Ich reagierte kurz auf ihre Geschichte und bat sie, an einer Stelle noch mehr zu erzählen. Es wurde immer intensiver. Die Serviererin im Restaurant ging auf Zehenspitzen an uns vorbei...
Als wir uns am späteren Nachmittag voneinander verabschiedeten, kam die Rückmeldung von einem der Gesprächsteilnehmer: “So einen tiefen Augenblick habe ich lange nicht mehr erlebt. Ich bin noch ganz gerührt von dem, was Gott im Leben dieser jungen Frau schon getan und bewegt hat und vor allem, wie sie mit Gott lebt!”

sofort!

“Tu sofort mit Entschiedenheit, was der Augenblick dir sagt!” mit diesem Motto waren wir in den Tag gestartet. Im Verlauf des Vormittags fand ich einen “entgangenen Anruf” und eine sms von der gleichen Telefonnummer: “Hast du 10 Minuten Zeit zum Reden?”
Mich an das Motto erinnernd, schob ich andere Aufgaben beiseite und rief SOFORT zurück. Die Frau am anderen Ende der Leitung schilderte mir eine leidvolle Situation aus der Familie einer Freundin und sagte: “Erst wollte ich den Anruf aufschieben, weil ich so viel anderes zu tun hatte. Aber dann hab ich mich an das Motto erinnert und mich SOFORT bei dir gemeldet. Und jetzt spüre, ich wie gut es tat, all die schweren Dinge zu besprechen und nach einem Weg zu suchen. Ich hatte den Eindruck, Er, Jesus, war dabei. Denn ich spüre in meiner Seele jetzt wieder eine große Freude und Leichtigkeit, die vorher nicht da war!” - Ja, ich bin da!

wie sollte ich entscheiden?

Ich hatte in der vergangenen Woche eine ziemlich wichtige berufliche Entscheidung zu fällen, und wusste nicht mehr vor und zurück. In dieser Situation kam mir dieses "Ich bin da!" in den Sinn. “Deine Entscheidung ist doch im Vergleich zu so vielen wirklich schwierigen Situationen eine Kleinigkeit!” versuchte ich mich zu beruhigen. Aber dennoch: Für mich blieb’s herausfordernd und schwer!  Und interessanterweise blieb in allem auch: “Ich bin da!”
Als ich am nächsten Morgen wach wurde, hatte ich’s auf einmal glasklar: Ich wusste, was ich wollte und als ich aufstand, hatte ich ein viel besseres, mich bestärkendes Gefühl. Ich war da nicht allein, als ich die Entscheidung gefällt habe. Und das fühlt sich ziemlich gut an!

verrückt zu sein ist 'cool'

Eine Kollegin kam zu mir und fragte, ob ich auch die Anzeige in der Zeitung gelesen habe über "Bibellesungen" und ob die evtl. von der kath Kirche sei. Ich verneinte es. Gelesen hatte ich nichts und außerdem konnte ich es keiner Kirche zuordnen.... Aber mich interessierte, warum sie mich dazu befragte. Ihre Antwort:"Sie sagen doch ganz offen, dass Sie in die Kirche gehen und an Gott glauben!"- "Ja", war meine Antwort, "und ich fühle mich sehr wohl dabei, von Gott gewollt zu sein." Sie entgegnete, sie sei evangelisch und Mitglied in einer spirituellen Austauschrunde, sei aber eben sehr an der Bibel interessiert. Und dann fügte sie hinzu: “Aber  ich kann mit fast niemandem darüber reden, deshalb hab ich mich an Sie gewandt!” Ich erwiderte ihr, dieses Problem sehr gut zu kennen.  Ich sagte ihr: “Viele Leute halten mich dann  für verrückt und altmodisch. Aber ich stehe gerne zu dieser Entdeckung, die ich gemacht habe, nämlich Gott lieben zu können, wie eine Person.” In diesem Augenblick kam eine Strahlen auf das Gesicht meiner Kollegin und sie sagte mir: “Ja, genau! Und das ist doch gerade das Geheimnis, Jesus in jedem Menschen sehen zu können!" Ich bekam eine Gänsehaut und wieder neu war mir klar: “Ich bin da!”

ein Glas Orangensaft und noch viel mehr

Heute war ein komischer Tag. Ich fühlte mich total schlapp, aber gleichzeitig "passierten" mir so viel gute Dinge, dass ich richtig froh bin.

Meine Mitbewohnerin litt letzte Woche stark unter Migräne. Ich fand es in den Augenblicken schwer, ihr nicht helfen zu können, sondern ihr nur meine Hilfe anbieten zu können, die sie oft nicht wollte. Ich hab mich gefragt, ob ich ihr Herz "erreiche" und was "ankommt". Es war schwer.

Heute nun lag ich im Bett. Es klopfte und die, um die ich mich letzte Woche gesorgt hatte, stand mit einem Glas frisch gepresstem Orangensaft da und fragte: "Kann ich was für dich tun? Wenn du was brauchst, ruf einfach, ich bin meinem Zimmer. Ich bin da, so wie du letzte Woche für mich." Das war ein total schöner Moment, zu spüren, die 'Liebe' wird gegenseitig.
Kurze Zeit danach schaute eine Freundin vorbei. Beim Gehen sagte sie mir: “Wenn du was brauchst, meld ich. Ich bin da!”

Zwei Mal: "Ich bin da" - ganz menschlich, ganz konkret und doch irgendwie göttlich. In diesen Zusagen konnte ich die Zusage Gottes spüren - ICH BIN DA- immer, wenn du mich brauchst. Greifbar geworden durch das Mit-Sein und Mit-Leben zweier Menschen

und dann war auch noch die Tür blockiert

Letzthin sandte mit eine ältere Frau eine Summe Geld.- mit dem Vermerk: "Ich zahle 10 Perlen des Lebens, die kannst Du weiter verschenken." Das nahm ich als Wink Gottes, gleich aufzubrechen und einen kranken Menschen zu besuchen und ihm das Monatswort mit dem Perlenband zu bringen.
Mein unerwarteter Besuch löste große Freude aus - in uns beiden. Ich meinerseits freute mich, dass ich mit der ‘goldenen Perle’ etwas wie eine Ikone zurücklassen konnte mit dem Zuspruch Gottes: "Ich bin da".
Als ich am letzten Sonntag um Punkt 15 Uhr in die Kirche ging, weil es Zeit war, in den Beichtstuhl zu gehen, kamen verschiedene Personen mit einem Anliegen auf mich zu. Erst war ich war etwas unwillig, weil ich in den Beichtstuhl wollte. Doch mir war am Vortag aufgegangen, dass auch ich – wie Gott – sagen will: „Ich bin da“. So nahm ich mir für jedes Anliegen etwas Zeit. Die Türe zur Kapelle war durch ein Sicherheitssystem blockiert. Was tun? Eigentlich war mein Ort jetzt ja der Beichtstuhl. Doch zuinnerst wusste ich: jetzt ist was anderes dran. Ich versuchte telefonisch einen Handwerker  zu erreichen. Keine Antwort. Da machte ich mich auf, um zu ihm in die Wohnung zu gehen. Unterwegs kam mir die Sakristanin entgegen. Als ich ihr erklärte, was los war, wusste sie sofort, wie man die Automatik der Türe wieder entblocken konnte. Ich freute mich, dass das Problem so leicht zu beheben war.
War das nicht seine Antwort? -  "Ich bin da!" Froh ging ich dann in den Beichtstuhl, zwar eine Viertelstunde zu spät, doch froh. Die Begegnungen an diesem Nachmittag in den Beichtgesprächen hatten eine besondere Tiefe. Vielleicht deshalb, weil ich in der Liebe war.
aus der Schweiz

“Jetzt bist du dran!”

Ich hatte alles gegeben. Ich hatte mit Mutter für meinen Vater in seiner Krankheit alles vorbereitet und organisiert. Alle, die mir sonst helfen, waren in dieser Situation verhindert, z.T. unterwegs. Unmöglich konnte ich in einer plötzlich auftretenden schwierigen Situation meine Klasse verlassen.  In der nächsten Stunde stand “Messe” auf dem Stundenplan. Ich bete zu Gott: “Jesus, ich habe alles gegeben, was ich konnte, jetzt bist du dran! Weder mein Brüder, noch meine Tante können helfen. Bitte kümmere du dich jetzt, denn ich weiß, dass du mich und uns unendlich liebst!”
Als ich aus der Messe fragte mich eine Kollegin. “Wie geht es denn zu Hause?” Ich erzählte kurz von plötzlich aufgetretenen Schwierigkeiten. Spontan bot sie mir an: “Wenn es Dir hilft, kann ich Dir die vierte Stunde abnehmen! Und die fünfte - eine Förderstunde - können wir unter solchen Umständen doch ausfallen lassen!”

Immer wieder schob ich es vor mir her...

"Ich hatte ein für mich schwieriges Telefonat zu erledigen. Tagelang habe ich diesen Anruf verdrängt und verschoben.War schon halb krank deshalb... Das schaff ich nicht... Ja, so bin ich.
‘Ohne Gott kann im Menschen nichts besteh’n...’ kam mir aus einem Heilig-Geist-Hymnus in den Sinn.
Ich erinnerte mich an die Messe, an das Perlenband, an das Wort Gottes, das mir immer gilt:: "Ich bin da!" Gott ist da. Ich muss Ihn nur eintreten lassen.... Er ist da!
Jetzt habe ich den Anruf  hinter mir und bin ermutigt, IHM - Gott - ein Stückchen Vertrauen  entgegengebracht zu haben."

aus der Schweiz

Ich ließ sie nicht mehr los, 15 Minuten lang!

Nun ist schon wieder so viel passiert, erzieherische Herausforderungen mit einem unserer Kinder, mein Mann überlastet und viel unterwegs, ich die Nase voll und erst mal erkältet und gestern war mein Arzt bei der Routineuntersuchung nicht zufrieden und hat mich baldigst zu einer ambulanten OP ans Krankenhaus überwiesen.
So sass ich im Auto - innerlich völlig leer und planlos, was ich als nächstes tun sollte, total fertig. Da kamen mir die Perlen des Glaubens in den Sinn und ich habe sie heraus gekramt. Sie in der Hand haltend hab ich die Gottesperle angeschaut und sie einfach festgehalten und mindestens 15 Minuten nicht mehr losgelassen. Danach bin ich losgefahren - mit dem Armband in der Hand. Ich wurde ganz ruhig und von einer echten inneren Gewissheit erfüllt. Dieser Zustand, vielleicht besser: diese Gegenwart hat mich durch den ganzen Tag getragen. Gott ist einfach da. Das war für mich eine ganz tiefe Erfahrung, auch auf diese Art den Worten Jesu zu folgen.

Geteiltes Leben

aus einer Mail:
Ich habe mich heute auf den Weg gemacht:. Eine Frau aus meiner Pfarrei hatte mich  angerufen, um mir  Stoffe anzubieten - für die Arbeit mit den Asylanten. Eine ganze Kiste voll!! Wahnsinn! Ich musste drei Mal zum Auto laufen, so schwer war die Kiste!! Richtig tolle Stoffe!!
In der letzten Woche, als ich bei einer jungen Frau aus dem Kongo in den Asylanten-Wohnungen war, mussten wir leider feststellen, dass sie das Nähmaschinenfüßchen verloren hat! So ist die Maschine leider unbrauchbar...! Glücklicherweise habe ich im Internet einen Versand gefunden, der die passenden Füßchen hatte. Noch warten wir auf die Post! Aber aus Studentenzeiten hatte ich noch eine klitzekleine Handnähmaschine, batteriebetrieben und nur für Säume geeignet! Egal! Batterien waren schnell besorgt (von meinem Mann!) und so bin ich heute mit einem ersten Teil der Stoffe zu der Kongolesin  gefahren plus der kleinen Maschine. Sie hat sich so gefreut!! Es ist immer so schön bei ihr!! Wir haben bestimmt zwei Stunden zusammen gesessen, erzählt, einfach Zeit zusammen verbracht! Ein junger Mann aus Bangla Desh kam noch dazu, auch er brauchte etwas Hilfe und suchte neuen Lebensmut... Neue Verabredungen haben wir getroffen!                                                    P.B.

Kirche wird Familie

Am Sonntag nach der Messe kam der Studentenpfarrer zu mir und fragte mich,  ob ich spontan Mittwoch noch Firmpatin werden könne. Er erzählte mir von einem Theologie-Studenten, der sich in der Hochschulgemeinde firmen lassen wollte. Seine Familie hatte nie besonderes Interesse an Kirche. Er hat zunächst nach der Kommunion versucht, dabei zu bleiben, aber in der Jugendzeit wurden dann doch Feiern etc. wichtiger. Irgendwie war aber doch etwas in ihm geblieben, dass er Theologie studieren wollte und so stand jetzt die  Firmung an. Beim letzten Vortreffen hatte er dann erzählt, dass er  keinen Paten finden konnte. Eine Freundin hatte zuerst zugesagt, dann  aber doch wichtigere Termine, seine Familie wohnt weit weg und hatte  keine Lust zu kommen und seine Kumpels, so sagte er, haben damit  schon gar nichts am Hut.
Ich fühlte mich “überfallen” und wollte erst noch eine Nacht darüber schlafen. Ich hab dann viel  nachgedacht über meine Firmung und was danach alles in mir aufgebrochen  ist und über die Situation des Studenten, gerne ganz in die Kirche aufgenommen sein  zu wollen, aber so alleine dazustehen, dass nicht einmal ein Mensch sich  bereiterklärt, sein Pate zu werden.
Ich entschloss mich, zuzusagen und das Patenamt zu übernehmen. Eine Dreiviertelstunde vor dem Firmgottesdienst traf ich ihn zum ersten Mal. Etwas schüchtern stand er vor der Kirche. Noch stärker wurde mir deutlich, wie alleine er  war und wie schwierig es dadurch für ihn ist, seinen Glauben  zu leben.
Es folgte dann eine wunderschöne Feier. Nach der Firmspendung schielte er kurz über seine Schulter und grinste mich an, blieb aber immer noch recht verschlossen. Und wenn ich kurz woanders war, stand er meist etwas  verloren alleine rum. Als er nach dem offiziellen Teil der Feier schnell  nach Hause fahren wollte, hab ich ihm noch ein kleines Kreuz mit der  Aufschrift: "Ich bin bei euch alle Tage" geschenkt und ihm gesagt, dass ich diese Erfahrung ganz oft machen durfte und es mein großer Wunsch  auch für ihn sei. Er war ganz gerührt und sagte: "Ich bin so froh,  endlich richtig dazuzugehören. Wenn ich sonst in die Kirche gegangen  bin, fehlte mir irgendwas, ich hatte noch nicht richtig JA zu Gott gesagt."
Ich merkte ihm an, dass er wirklich erleichtert und gelöst war, diesen Schritt getan zu haben. Ich hab ihn dann noch nach Hause gefahren  und es entstanden weitere gute Gespräche. Als wir bei ihm zu Hause  waren, verabredeten wir uns noch für den nächsten Sonntag zur Messe. Er wohnt zwar recht weit weg, aber eine Fahrgelegenheit organisierte sich auch wie von selbst. Ich bin gespannt, wo sein Weg weiter hinführen wird  und ob er endlich eine Art "Zuhause" in der Kirche bei uns in der  Studentengemeinde finden kann.
KS

Brückenschläge

Mit zwei Afrikanerinnen, die in meiner Stadt als Asylsuchende leben, hab ich einen gemeinsamen Tag in meiner Studienstadt verbracht. Es wurde ein Tag voller Geschenke! Zunächst führte uns der Weg noch - für mich unvermuteterweise - ins Rathaus unserer Stadt, da wieder offizieller “Meldetag” für die Asylanten war. Die Angestellte im Büro schien zunächst irritiert über meine Präsenz, ließ sich aber schnell überzeugen, dass es ein ungeplantes Zusammentreffen war. Sie war sehr freundlich und erzählte sogar von eigenen Erfahrungen und wünschte uns einen schönen Tag.
Meine beiden afrikanischen Freundinnen freuten sich sehr, dass sie von dieser Frau ein persönliches Wort hören konnten... Dann begann unsere Fahrt. Wir erzählten uns viel Schönes und auch Lastendes. Mariam war sehr traurig. Ihr Bruder, der ganz allein in Ghana zurückgeblieben ist, und bei einem Adoptivvater lebt, hatte in der Nacht zuvor angerufen und unter Tränen berichtet, dass der Vater sehr krank sei und er Angst habe, dass er sterben müsse. Wir teilten diesen Augenblick tiefsten Leids.
In der Stadt angekommen, ging’s zunächst zum Wochenmarkt, der immer eine Augenweide ist. Binda war ganz selig, dass sie so viele Fischstände sehen konnte. Es war ja ihre Arbeit in Angola. An viele Ständen , wo wir stehen blieben, kamen wir ins Gespräch mit den Verkäufern und durften auch so manche Leckerei kosten. Binda war sehr glücklich darüber, dass sie gleich als voll akzeptiert galt. Später trafen wir einen Bekannten, der sich sehr für die Lebensgeschichte er beiden Afrikanerinnen interessierte. Die Freude in den Augen der beiden vergesse ich nie mehr! Sie wurden wahrgenommen und zwar freudig!
Dann gingen wir weiter ins Rathaus - einen berühmten Bau. Nach kurzer Erklärung bemühte sich die Dame an der Kasse sofort französisch zu reden und spielte für uns ein französisches Demo-Band im Saal ab. Beiden bekamen sogar noch einen kleinen Stadtführer geschenkt, natürlich ebenfalls "en francais". Total nett!
So reihte sich eine nette Episode an die nächste: wir besuchten noch einige Kirchen, später den Dom. Und immer neu, im Bücherladen, in einem Café.... wurden uns freundliche Begegnungen geschenkt! Unglaublich! Meine Freundinnen haben das alles aufgesogen, wie ein Schwamm. Diese Freude! Es war so schön.
BP

Die Liebe ist immer konkret!

Endlich! Meine Mitbewohner sind aus den Semesterferien wieder zurück. Wir verstehen uns super gut und so haben wir schon manche Stunden in der Küche verquatscht. Darüber hatte ich schon mal vergessen, zur Vorlesung zu gehen. Es war so still und ruhig in der Zeit, wo ich alleine war - ziemlich ungewohnt. Am gleichen Tag noch saßen wir wieder zusammen und erzählten von den Erlebnissen der Ferien. In dieser Woche betreue ich noch einen internationalen Studierenden, der nun für ein oder vielleicht zwei Semester in Deutschland studieren wird. Er hatte keine Küchenutensilien mitgebracht und scheinbar möchten seine Mitbewohner in seiner WG nicht, dass er deren Teller und Besteck (übergangsmäßig) mit nutzt. Ich erzählte das meinen Mitbewohnern und fragte, ob wir nicht ein klein bisschen aus unserem Allgemeingut abgeben könnten. Die Antwort kam prompt: „nimm mit und gut is!“