Zum Hauptinhalt springen

Ich bin glücklich!

„Na klar, ich bring Euch noch schnell zum Flughafen!“ Den ganzen Weg über sprachen wir über die Kraft des Evangeliums und wir erzählten Erfahrungen, die wir mit dem Motto dieses Monats „Ich bin da!“ gemacht hatten. Davon abgelenkt, verfehlte unser Fahrer die Spur zum Abflug-Terminal. Um den Fehler zu korrigieren, setzte er zurück und versuchte dabei über eine doppelt durchgezogene Linie zu fahren. In dem Augenblick kam von hinten ein Polizeifahrzeug. Es stoppte. Auch  jetzt galt: „Ich bin da!“ Eine junge Beamtin stieg aus. „Ich hab‘ einen Fehler gemacht und möchte mich dafür entschuldigen!“ sagte der Fahrer der jungen uniformierten Frau. „Aber wissen Sie, wie gefährlich das ist, was Sie hier tun. Das kann sofort einen schweren Unfall zur Folge haben!“ entgegnete sie. „Ja, das habe ich auch gerade gesehen. Das war echt ein Fehler von mir! Entschuldigen Sie!“
Nach einer kurzen Zeit der Stille – in meinem Herzen sagte ich mir immer wieder von Gott her für diese Situation zu: „Ich bin da!“ – sagte die Beamtin: „Aber lernen Sie aus diesem Fehler, machen Sie so etwas nie wieder. Gute Fahrt!“ und uns, den Reisenden, zugewandt: „Und guten Flug!“
Ein paar Meter weiter gefahren, sagte uns der Fahrer: „Boh, was für eine Erfahrung! Ich bin noch in der Probezeit. Wenn dieser Fehler geahndet worden wäre, dann hätte ich nochmals eine Prüfung machen und sogar einige Fahrstunden nehmen müssen. Und das wäre sehr, sehr teuer geworden! – Für mich ist das eine total wichtige Erfahrung!“ - Ich bin da!

“Tu sofort mit Entschiedenheit, was der Augenblick dir sagt!” mit diesem Motto waren wir in den Tag gestartet. Im Verlauf des Vormittags fand ich einen “entgangenen Anruf” und eine sms von der gleichen Telefonnummer: “Hast du 10 Minuten Zeit zum Reden?”
Mich an das Motto erinnernd, schob ich andere Aufgaben beiseite und rief SOFORT zurück. Die Frau am anderen Ende der Leitung schilderte mir eine leidvolle Situation aus der Familie einer Freundin und sagte: “Erst wollte ich den Anruf aufschieben, weil ich so viel anderes zu tun hatte. Aber dann hab ich mich an das Motto erinnert und mich SOFORT bei dir gemeldet. Und jetzt spüre, ich wie gut es tat, all die schweren Dinge zu besprechen und nach einem Weg zu suchen. Ich hatte den Eindruck, Er, Jesus, war dabei. Denn ich spüre in meiner Seele jetzt wieder eine große Freude und Leichtigkeit, die vorher nicht da war!” - Ja, ich bin da!

Ich hatte in der vergangenen Woche eine ziemlich wichtige berufliche Entscheidung zu fällen, und wusste nicht mehr vor und zurück. In dieser Situation kam mir dieses "Ich bin da!" in den Sinn. “Deine Entscheidung ist doch im Vergleich zu so vielen wirklich schwierigen Situationen eine Kleinigkeit!” versuchte ich mich zu beruhigen. Aber dennoch: Für mich blieb’s herausfordernd und schwer!  Und interessanterweise blieb in allem auch: “Ich bin da!”
Als ich am nächsten Morgen wach wurde, hatte ich’s auf einmal glasklar: Ich wusste, was ich wollte und als ich aufstand, hatte ich ein viel besseres, mich bestärkendes Gefühl. Ich war da nicht allein, als ich die Entscheidung gefällt habe. Und das fühlt sich ziemlich gut an!

Eine Kollegin kam zu mir und fragte, ob ich auch die Anzeige in der Zeitung gelesen habe über "Bibellesungen" und ob die evtl. von der kath Kirche sei. Ich verneinte es. Gelesen hatte ich nichts und außerdem konnte ich es keiner Kirche zuordnen.... Aber mich interessierte, warum sie mich dazu befragte. Ihre Antwort:"Sie sagen doch ganz offen, dass Sie in die Kirche gehen und an Gott glauben!"- "Ja", war meine Antwort, "und ich fühle mich sehr wohl dabei, von Gott gewollt zu sein." Sie entgegnete, sie sei evangelisch und Mitglied in einer spirituellen Austauschrunde, sei aber eben sehr an der Bibel interessiert. Und dann fügte sie hinzu: “Aber  ich kann mit fast niemandem darüber reden, deshalb hab ich mich an Sie gewandt!” Ich erwiderte ihr, dieses Problem sehr gut zu kennen.  Ich sagte ihr: “Viele Leute halten mich dann  für verrückt und altmodisch. Aber ich stehe gerne zu dieser Entdeckung, die ich gemacht habe, nämlich Gott lieben zu können, wie eine Person.” In diesem Augenblick kam eine Strahlen auf das Gesicht meiner Kollegin und sie sagte mir: “Ja, genau! Und das ist doch gerade das Geheimnis, Jesus in jedem Menschen sehen zu können!" Ich bekam eine Gänsehaut und wieder neu war mir klar: “Ich bin da!”