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Ein Rotkehlchen baut Brücken

Sie hatten beide schwer zu tragen, eine ältere Frau, deren Mann vor einigen Jahren verstorben war und eine jüngere Familienmutter. Sie war von ihrem Mann verlassen worden und blieb mit zwei kleinen Kindern zurück. Während der Beerdigung des Mannes der ersten Frau hatte sich ein Rotkehlchen auf eine Bank neben der Grabstelle gesetzt und blieb lange sitzen. Bei einem Telefonat mit der jüngeren Frau hatte ich gehört, dass sie vor Allerheiligen mit ihren Kindern das Grab ihres Vaters besucht und dabei sehr geweint hatte. Auch dort hatte sich ein Rotkehlchen zu ihnen gesellt. Vor längerer Zeit hatte ich mit drei Karten mit einem Rotkehlchen aus Holz gekauft. Es war mit wenigen Handgriffen von der Karte zu lösen und zusammensteckbar. Beiden Frauen ließ ich um Allerheiligen – einem inneren Impuls folgend – diese Karten zu kommen. Von der ersten durfte ich lesen: „Ich hatte einen so schweren Tag, voller Enttäuschungen. Als ich abends dein Rotkehlchen im Briefkasten fand, hat es meinen Tag sehr erhellt.“ Die junge Mutter schickte ebenfalls eine Nachricht mit einem Foto des Rotkehlchens. Dort las ich: „Meine Kinder haben das Rotkehlchen zusammen gesteckt. Dieses Zeichen der Verbundenheit in dieser schweren Zei hat mich sehr berührt!“