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Gebet über Grenzen hinweg

Nach längerer Zeit war mir der Impuls gekommen, mich bei einer muslimischen Lehrerin mal wieder zu melden. Sie schrieb mir zurück: „Gestern Abend musste ich wieder an dich denken und habe gehofft, dass du mir bald schreibst, weil ich ein neues Handy habe und einige Nummern abhanden gekommen sind wie deine. So schön, dann heute von dir zu lesen.“ Und dann erzählte sie vom vortägigen Fastenbrechen, zu dem viele Menschen gekommen waren und zu dem sie ein besonderes Gebet geschrieben hatte. Darin hieß es u.a.: „In der jüdischen Tradition beten wir: „Gewähre Frieden, Güte und Segen, Gnade, Barmherzigkeit und Erbarmen über uns und über alle Welt.“ Gott des Bundes, breite deinen Schalom aus – nicht als flüchtigen Waffenstillstand, sondern als heilendes Ganz-Sein, als Versöhnung, die Brücken baut, über die Schluchten der Geschichte.- Im christlichen Zeugnis hören wir die Worte Jesu: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht.“ Schenke uns diesen Frieden, der tiefer reicht als Verträge und Grenzen, der Angst verwandelt in Vertrauen und Feindschaft in die Kraft, neu zu beginnen. - Und im Koran heißt es: „Wer einen Menschen rettet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit gerettet.“ Du Gott, der Barmherzige, erinnere uns daran, dass jedes Leben heilig ist und dass kein Blutvergießen deinen Namen ehrt. – Reich beschenkt schrieb ich ihr ein von Herzen kommendes Danke!