In einer WhatsApp-Nachricht eines Freundes aus Beirut lese ich: „Niemand weiß, wie es weiter geht. Diese Nacht sind acht Menschen an der Meer-Promenade unserer Stadt getötet worden. Sie waren als Flüchtlinge gekommen und hatten sich dort sicher gefühlt. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, und die Spannungen bleiben groß. Schule ist wohl sehr wichtig für die Kinder. Vorgestern hörte ich, dass die Schulen heute wieder geöffnet werden sollten, jedoch ist dies keine landesweite Entscheidung. Selbst in unserem Viertel, welches doch als 'ziemlich sicher' angesehen wird, sind die Schulen weiterhin geschlossen. Ein Kriegsende, ein Friedens-Abkommen wären die ersten Schritte. Leider muss ich sagen, dass die Kinder sehr unter diesem (und anderen Kriegen) leiden. Die Ängste, die Unsicherheit, der Stress, Konzentrationsmangel, Internetgebrauch (Kinder sind oft den ganzen Tag nur vor den Screens!), überforderte Eltern und Lehrkräfte ... Es ist wirklich eine Katastrophe. Wir sind noch weit vom normalen Leben entfernt. Darum weiß ich nicht, oder werde mal mit den Schwestern sprechen, welche Prioritäten im Augenblick vorrangig sind. Ja, Meinolf, ich weiß nicht, was ich noch sagen kann. Mir fehlen wirklich die Worte, jedoch versuchen wir in jedem Augenblick neu Nähe und Geschwisterlichkeit zu leben.“ Auch an diesem Abend gehe ich mit all diesem Leid zu Gott. Ihm darf ich alles ans Herz legen.