Ein langer Tag mit einem gelungen Workshop und einer vielfältigen Länderpräsentation ging zu Ende. Ich spürte nach einem weiten Weg eine echte Müdigkeit in mir und wollte mich schlafen legen, da der nächste Tag wieder viele Straßenkilometer mit sich bringen würde. Doch mein Herz gab mir den leisen Impuls: „Geh nochmals für ein paar Begegnungen zu den Freiwilligen aus aller Welt!“ So setzte ich mich zu ihnen. Ich spürte ihre Freude über mein Kommen. Ein langes Gespräch über unser Mensch-Sein und über Gott entwickelte sich. Als die meisten schon Schlafen gegangen waren, begann eine junge Freiwillige ihre ganze Not ins Wort zu bringen. Sie stand vor einer Entscheidung und wusste nicht, wie sie sich entscheiden sollte. Lange sprachen wir. Von allen Seiten beleuchteten wir die Frage. Am Ende fragte ich sie, ob sie einen Draht zu Gott habe. Er war ihr verloren gegangen. Aber unser ehrliches Miteinander ließ sie am Ende sagen: „Weißt du, ich habe Gott aus den Augen verloren, aber heute Abend ist mir in unserem Gespräch etwas aufgeleuchtet, was mir als Kind sehr wichtig war. Ich werde wieder neu beginnen, zu beten.“