Sechs Pilger und Pilgerinnen auf dem Weg nach Jerusalem, nein nicht zu der alten biblischen Metropole in Israel, sondern zur Gemeinschaft „Jerusalem“ in Köln. Seit 17 Jahren leben dort fünf Schwestern in Groß Sankt Martin und halten – mitten in der Pary-Meile von Köln - in der alten romanischen Kirche das Geheimnis Gottes lebendig offen. Drei Mal am Tag treffen sie sich in der Kirche zum Stundengebet und abends zur Eucharistiefeier. Und immer schauen Menschen unterschiedlichster Couleur vorbei, um als Tourist die Schönheit der romanischen Kirche zu erleben, um einen kurzen Augenblick in der Stille dieser Kirche zu verweilen, um ein Gespräch zu suchen oder um an der Liturgie teilzunehmen.
Nach der sonntäglichen Eucharistiefeier hielten die Jugendlichen Picknick mit den Schwestern. Neben Tomaten, veganem Essen, Pizza, Würstchen und viel Obst wurde vor allem das Leben geteilt. Schnell war eine Tiefe des Austausches erreicht, die ans Herz ging. „Ja, auch wir sind sehr auf dem Weg, mit vielen Fragen und Herausforderungen, in Prozessen echter Transformation nach der Zeit des Gründers. Wir fühlen uns eingeladen, im ehrlichen Horchen auf unser eigenes Herz und im ständigen Dialog miteinander die neue Zeit und die neuen Wege zu verstehen. Das braucht Mut, Offenheit, Ehrlichkeit, Echtheit und Entschiedenheit.“
Auf der Heimfahrt im Bulli war eine tiefe Betroffenheit zu spüren. „Es war so toll, erleben zu dürfen, dass auch Ordensschwestern Suchende sind und oft Zweifel haben,“ sagte eine junge Frau. „Dass wir einander so nahe kommen würden, hätte ich nicht für möglich gehalten, zumal wir uns ja zum ersten Mal gesehen haben“, sagte eine andere. Viele der Teilnehmenden hatten noch nie eine Ordensschwester „live und in Farbe“ gesehen, geschweige denn, mit einer gesprochen.