Eine Kiste Orangen

Eine kurdische Familie hat vier Kinder, drei von ihnen sind taub. Als ich sie letzte Woche besuchen wollte, hörte ich am Telefon, wie krank die Mutter der Familie  war. Ihre Stimme war total belegt und fiebrig. Wir hatten uns im Advent jeden Morgen in unserer Kirche mit Leuten aus der Pfarrei getroffen, um das Tagesevangelium zu lesen und dann mit einem kleinen Motto in den Tag zu starten. An diesem Tag war das Motto in Anlehnung des Besuches von Maria bei Elisabeth: "Gib eine Liebe, die das Herz des Nächsten berührt und bewegt!"

Als ich die kurdische Frau am Telefon hörte, kam mir sofort das Motto in den Sinn und bewegte mich. Ich bin dann sofort in ein Lebensmittelgeschäft gefahren und hab eine große Kiste Orangen, Tee und Honig gekauft. All das hab ich dann vor die Tür der Familie gestellt und bin wieder gefahren. Ich hab dann noch kurz angerufen: "Machen sie mal die Tür auf. Da steht etwas zum gesund werden!"

Eine Woche später war ich wieder bei der Familie. Als mich die Frau - eine gläubige Muslima - sah, rief sie mir entgegen: "Ich habe geweint, geweint, geweint!" Ich wusste zunächst nicht warum und fragte nach. "Oh, wissen sie. als ich  noch in Syrien war, hat sich immer mein Vater um mich gekümmert und er hat mir Tee, Honig und Vitamine gebracht, damit ich wieder gesund werde. Jetzt bin ich sooooo weit weg von ihm. Und jetzt tun sie das, die sie doch fremd sind...." Dann begann sie wieder zu weinen.
MW

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